Göttinger Verkehrsbetriebe

 

Anfrage Bauausschuss 08.05.2008:

Der Bau- und Planungsausschusses hat am 08. Juni 2006 folgenden Antrag einstimmig beschlossen:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit der GÖVB zu prüfen, ob folgende Aktion in Göttingen durchgeführt werden kann.
Die GÖVB startet eine Informationsoffensive indem sie Testfahrer sucht, die schon immer wissen wollten, ob das GÖVB-Angebot auch für sie interessant ist. Die ausgewählten Personen können in einem vorgegebenen Zeitraum das GÖVB-Angebot nutzen, um sich ein Bild darüber zu machen, ob das Angebot auch für die eigenen Bedürfnisse passt. Im Testzeitraum erhalten die Teilnehmer ein kostenloses Ticket.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den städtischen Gesellschaften und Gesellschaften mit städtischer Beteiligung Kombi-Tickets zu entwickeln, wie etwa eine kombinierte Bus-und SpaßBadCard, Einrittskarten mit eingeschlossener Busfahrt für Kultureinrichtungen und für Konzerte in der Lokhalle und der Stadthalle (in Zusammenarbeit mit der GWG).

3. Die GÖVB wird aufgefordert, mit der Deutschen Bahn eine Vereinbarung über den Verkauf des „Niedersachsen-Tickets“ in den Stadtbussen und den Vorverkaufsstellen der GÖVB abzuschließen.

Wir fragen daher die Verwaltung:

1. Welche derartige Maßnahmen für einen attraktiven Stadtbusverkehr sind bisher in Kooperation mit den Göttinger Verkehrsbetrieben mbH auf den Weg gebracht worden?

2. Wie ist der aktuelle Stand in Bezug auf die Einführung von Kombi-Tickets?

3. Welche Ergebnisse gibt es aus den Gesprächen zwischen den Göttinger Verkehrsbetrieben mbH und der Deutschen Bahn über den Verkauf des „Niedersachsen-Tickets“ in den Stadtbussen und den Vorverkaufsstellen der Göttinger Ver-kehrsbetriebe mbH?


Antwort der Verwaltung

Zu 1. und 2.)
Im vergangenen Jahr haben die Aufgabenträger (ZVSN, LK Holzminden, Stadt Göttingen) und die Verkehrsunternehmen im VSN eine empirisch breit angelegte und umfassende Erhebung der Fahrgastzahlen und Nutzungsrelationen im gesamten VSN – Gebiet von der GVS -Gesellschaft für Verkehrsberatung und Systemplanung durchführen lassen. Diese Erhebung ist zwar abgeschlossen, die Auswertungen liegen aber – u.a. wegen erheblichen Nachbesserungsbedarfs – noch nicht detailliert vor, so dass hier noch keine abschließenden Erkenntnisse für Optimierungsmaßnahmen für den ÖPNV im Verbundgebiet gewonnen werden konnten. Vor den Sommerferien wird im Auftrag der Stadt Göttingen unter Beteiligung des ZVSN eine repräsentative Haushaltsbefragung in Göttingen einschl. Rosdorf und Bovenden durchgeführt mit der Zielsetzung, insbesondere auch die Mobilitätsgewohnheiten und –bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu erheben, die bislang nicht bzw. nicht regelmäßig den ÖPNV nutzen. Die Ergebnisse beider Untersuchungen werden in Verbindung mit den Prüfaufträgen aus dem Nahverkehrsplan Grundlage für weitere Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV – Angebotes sein.

Ein Schnupperticket („Testfahrer“) könnte – unter Würdigung der Ergebnisse der o.g. Untersuchungen sowie der finanziellen Rahmenbedingungen- ggf. eine Maßnahme zur Gewinnung neuer Kunden sein.

Das Angebot von Kombitickets ist nach den bisherigen Gesprächen und Anläufen eher skeptisch zu bewerten. Bereits bestehende Angebote sind die GöCard der Göttinger Tourist – Info oder die Busfahrt einschließende Ticket für das KWP – Fest; mit dem Angebot für GSO – Besucher, im Anschluss an das Konzert für 5 € ein Ruftaxi zu ordern profitieren auch Besucher, für die im Linienverkehr um diese Zeit kein Angebot mehr besteht. Generell gilt für derartige Angebote, dass die Finanzierung über die Anbieter erfolgen und auf die Eintrittspreise aufgeschlagen werden müsste. Dies würde z. B. für die Eiswiesenbesucher zu einer unverhältnismäßigen Eintrittspreiserhöhung führen und Bürgerkartenbesitzer benachteiligen. Die Einführung eines Semestertickets für Studierende (finanziert über einen Aufschlag auf die Semestergebühr) fand in den entsprechenden studentischen Gremien bislang keine Mehrheit, da noch dortiger Einschätzung ein Großteil der Studierenden eher das Fahrrad nutzt und keine zusätzlichen finanziellen Belastungen eingegangen werden sollten. Ein Kombiticket für Einzel- bzw. Großveranstaltungen scheint im Grundsatz leichter realisierbar; sie sind allerdings mit den Veranstaltern jeweils individuell weit im Vorfeld der Veranstaltung zu verhandeln; eine auch geringe Erhöhung des Eintrittspreises wird nach Auskunft verschiedener Veranstalter gerade in dem als äußerst preissensibel geltenden Göttingen kritisch gesehen. So scheiterten die anfänglich sehr erfolgversprechend gestarteten Gespräche mit der BG für ihre Spiele in der Lokhalle– zumindest für diese Saison – am befürchteten finanziellen Risiko des Veranstalters.

Über die geschilderten Maßnahmen hinaus arbeiten Stadt und GöVB auf eine laufende Verbesserung und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in Göttingen hin. Hier sind gemeinsame (Marketing-)Aktivitäten des VSN sowie bilaterale Maßnahmen mit den GöVB zu nennen (u.a. Installation eines verbundweiten Kundendialogsystems ab Mitte Mai unter vsninfo.de, Projekt „betriebliches Mobilitätsmanagement“, Optimierung / Qualitätsverbesserung im Schülerverkehr, verbesserte Anbindung Bovendens durch die Linie 14, Adventsshuttle).

Zu 3.)
Nach bisherigem Stand der Gespräche der Geschäftsführung des VSN mit der DB besteht dort wenig bis keine Bereitschaft, das Niedersachsenticket auch an den Verkaufsstellen im VSN – Gebiet verkaufen zu lassen; zwischenzeitliche Gespräche hatten als Ergebnis die Forderung einer außerordentlich hohen Verkaufsprovision durch die DB zum Ergebnis.

 


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