Halten auf Wunsch - Auf allen Buslinien ab 20 Uhr stärker bewerben

Anfrage im Rat der Stadt am 10. September 2010:

In den Bussen der GöVB ist es bereits heute möglich, in den Abendstunden auch zwischen den Haltestellen auszusteigen. Leider wird auf diese Möglichkeit nicht hingewiesen und somit ist es vielen Busnutzerinnen und Busnutzern nicht bekannt, dass diese Möglichkeit besteht. Um sicher und bequem in den Abendstunden nach Hause zu kommen, fragen wir die Verwaltung:

1. Wie regelmäßig wurde in den vergangenen Jahren die Möglichkeit des Zwischenhalts in Anspruch genommen? (hier erwarten wir keine konkreten Zahlen sondern nur Tendenzen)

2. Werden Fahrgäste in den Abendstunden von den Fahrerinnen und Fahrern auf die Möglichkeit hingewiesen?

3. Warum wird die oben beschriebene Möglichkeit des Zwischenhalts nicht stärker beworben?

4. Warum sind in den Bussen und auf der Homepage der GÖVB keine Hinweise zu finden?

5. Welche zusätzlichen Kosten entstehen durch den Zwischenhalt?

6. Die Busfahrerinnen und Busfahrer sind für die Sicherheit aller Fahrgäste verantwortlich. Gibt es Strecken in Göttingen, bei denen auf keinen Fall ein Zwischenhalt möglich ist?


Antwort der Verwaltung
Antwort erteilt: Stadtbaurat Dienberg

Zu den einzelnen Fragen wird wie folgt Stellung genommen:

Zu 1: Es wird keine Statistik darüber geführt, wie oft Fahrgäste nach 20 Uhr den „Halt zwischen den Haltestellen“ nutzen. Nach Einschätzung der GöVB wird dieses Angebot wenig bis nie genutzt.

Zu 2: Nein. Allerdings wird in den allg. Beförderungsbedingungen der GöVB auf diese Möglichkeit hingewiesen.

Zu 3: Auf den Halten zwischen Haltestellen gibt es keinen Rechtsanspruch. Das Halten außerhalb der Haltestellen birgt erhebliche Risiken:
• Der Fahrer muss die verkehrliche und straßenräumliche Situation beurteilen und entscheiden, ob ein sicheres Aussteigen überhaupt möglich ist.
• es liegt im Entscheidungs- und Verantwortungsbereich des Fahrers, Fahrgäste zwischen den Haltestellen aussteigen zu lassen.
• bei Stürzen (fehlender oder zu niedriger Bord, fehlender Gehweg,...) oder Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern (Rad oder Kfz) haftet der Busunternehmer.
Aus diesen Gründen kann bei intensiver Bewerbung der falsche Eindruck entstehen, dass ein Anspruch auf ein Aussteigen zwischen Haltestellen besteht. Im übrigen sind die Haltestellenabstände im Stadtgebiet recht gering, so dass kaum Bedarf für Haltewünsche besteht.

Zu 4: siehe zu 3

Zu 5: Es dürfen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Zusätzliche Halte kosten Zeit. In der Schwachlastzeit sind die Fahrzeugumläufe so optimiert, dass schon wenige zusätzliche Halte den Fahrzeugumlauf sprengen. Zur sicheren Einhaltung der Fahrplanlagen würden dann zusätzliche Busse benötigt.

Zu 6: Nein.