Berufspraktikum für Jugendliche

Antrag zur Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am 5. November 2010:

Der Rat möge beschließen:

Die Stadtverwaltung Göttingen bietet gemeinsam mit den städtischen Gesellschaften mindestens 10 Plätze für längerfristige Berufsvorbereitungspraktika an. Jugendlichen auch ohne Schulabschluss oder mit schlechtem Schulabschluss soll unbürokratisch die Möglichkeit eröffnet werden, sich im Rahmen eines Praktikums für eine Ausbildung zu qualifizieren.

Begründung
Der Ausbildungsmarkt hat sich für die heutigen Schulabgänger deutlich verbessert. Zumindest rechnerisch steht jedem Schulabgänger ein Ausbildungsplatz zur Verfügung.
Dies war aber in den letzten zehn Jahren nicht der Fall, so dass schwächere Schulabgänger häufig keine Ausbildungsstelle fanden und in sogenannten Maßnahmekarrieren landeten. Diesen häufig älteren Jugendlichen ist es bisher kaum gelungen, noch eine Berufsausbildung zu absolvieren. Um ihnen eine verbesserte zweite Chance zu geben, soll die Stadtverwaltung gemeinsam mit den städtischen Gesellschaften Praktikumsplätze für die Berufsvorbereitung anbieten, damit auch diese Jugendlichen bessere Startchancen auf eine anschließende Berufsausbildung haben. Nur mit einem Berufsabschluss besteht für diese jungen Menschen die Aussicht, künftig ihren Lebensunterhalt dauerhaft selbst ohne Bezug von Transferleistungen bestreiten zu können. Da manche Jugendliche auch Spätentwickler sind, sollten diese über das Angebot eines Praktikumsplatzes gefördert werden. Auch bei anderen Arbeitgebern wird ein erfolgreiches Praktikum bei der Stadt Göttingen geschätzt.
Angesprochen werden sollten auch solche Jugendlichen, die sich um einen Ausbildungsplatz bei der Stadt Göttingen beworben haben, aber bisher nicht ausgewählt werden konnten.
Da es für Leistungsbezieher nach dem SGB III (Arbeitslosengeld I) und dem SGB II (Arbeitslosengeld II) besondere Regelungen zur Verfügbarkeit und damit auch zur möglichen Dauer von Praktika in Betrieben gibt, soll die konkrete Gestaltung der Berufsvorbereitungspraktika mit der Agentur für Arbeit und dem Landkreis Göttingen (Träger der Grundsicherung) abgestimmt werden. Zu Fragen der fachlichen Gestaltung der Praktika soll die Beschäftigungsförderung Göttingen – kAöR – an dem Planungsprozess beteiligt werden.

Ergebnis
Der Antrag wurde einstimmig in den Gleichstellungs- und Personalausschuss überwiesen.

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