Beratung von Herkunftsfamilien

Anfrage zum Jugendhilfeausschuss am 9. juni 2011

Wenn Eltern ihr Kind in Pflege geben ist diese Situation für die Herkunftsfamilie ein schwerer Eingriff.


Wir fragen die Verwaltung:

1. Welche Unterstützung erfahren die Herkunftseltern von der Stadt?

2. Gibt es Selbsthilfegruppen, in der sich diese Eltern austauschen können?

3. Welche Hilfen erhalten Herkunftseltern, wenn das Kind in ihre Familie zurück kommt?


Antwort der Verwaltung
Antwort erteilt : Stadtrat Lieske

Die Verwaltung antwortet wie folgt auf die Anfrage:

Zu 1.:
Eltern erhalten Beratung und Unterstützung in Form von Hilfen zur Erziehung nach dem SGB VIII, wenn eine dem Wohl des Kindes/Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet und die Hilfe für die Entwicklung geeignet und notwendig ist. Oberstes Ziel des Allgemeinen Sozialdienstes ist es dabei, die Familie in ihrer Erziehungskompetenz durch Beratung, ambulante und ggf. auch teilstationäre Hilfen soweit zu stärken, dass eine Herausnahme des Kindes vermieden werden kann. Wo dies nicht möglich ist, berät der Allgemeine Sozialdienst die Eltern hinsichtlich der erforderlichen stationären Hilfe und unterstützt sie bei der Antragsstellung. Sofern
das Kind in einer Pflegefamilie untergebracht wird, erfolgt die Begleitung des Pflegeverhältnisses durch den Pflegekinderdienst. Dieser steht auch im regelmäßigen Kontakt zu den Herkunftseltern, informiert sie über die Entwicklung ihres Kindes/Jugendlichen in der Pflegefamilie, beteiligt sie an der Hilfeplanung und begleitet bei Bedarf Besuchskontakte zwischen Herkunftseltern und Kind/Jugendlichem.

Zu 2.:
Fachlich angeleitete Gruppen für Herkunftseltern, in denen diese die für sie schwierige Trennungssituation vom Kind aufarbeiten können, sind wünschenswert, scheiterten bislang jedoch mangels personeller Ressourcen.

Zu 3.
Die Herausnahme eines Kindes aus der Familie ist in Göttingen die letzte Möglichkeit, wenn alle anderen Hilfs- und Unterstützungsangebote gescheitert sind. Aus diesem Grund sind stationäre Hilfen häufig langfristig angelegte Hilfen. Trotzdem wird die Option der Rückkehr eines Pflegekindes in die Herkunftsfamilie im Rahmen der Hilfeplanung regelmäßig geprüft. Im Falle einer Rückführung haben Eltern Anspruch auf Hilfen zur Erziehung zur Stärkung der Erziehungskompetenz. Diese richten sich nach den individuellen Erfordernissen des Einzelfalls und werden nach Maßgabe des Hilfeplans installiert.