Reptilienbörse

In der Stadthalle werden regelmäßig Reptilienmessen abgehalten. Hier geht es um den Kauf und Verkauf von Reptilien. Durch die Ausstellung treten bei vielen Reptilien Stresssituationen (Ausstellung als solche, Anstarren, ungeschützt sein, Aggressionen, Temperaturschwankungen, An- und Abfahrt) auf, die das Immunsystem der Tiere schwächen. Sie werden anfällig für Krankheiten.

Ein weiteres Problem ergibt sich, nach Angaben von PETA Deutschland, daraus, daß geschätzte 90% aller in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien Salmonellose Erreger in sich tragen. Reptilienbörsen begünstigen das Übertragungsrisiko auf den Menschen.


Wir fragen die Verwaltung:

1. Gibt es, außer in der Stadthalle, weitere Reptilienbörsen in öffentlichen Gebäuden?

2. Wie viele dieser Veranstaltungen finden jährlich statt?

3. Wird die Einhaltung des Tierschutzes auf solchen Messen von Seiten der Stadt Göttingen überprüft?

4. Sind der Stadtverwaltung Verstöße gegen den Tierschutz bekannt?

5. Welche Maßnahmen werden ergriffen um den Tierschutz zu gewährleisten?

6. Welche Maßnahmen werden ergriffen um eine Ansteckung mit Salmonellen auf den Reptilienbörsen zu vermeiden?
 

Antwort erteilt : Veterinär- und Verbraucherschutzamt für
den Landkreis und die Stadt Göttingen


zu Frage 1 :
In Göttingen werden keine Reptilienbörsen, sondern ausschließlich Ausstellungen
durchgeführt. Außer der Stadthalle werden derartige Veranstaltungen im Mehrzweckgebäude
Weende, der Lokhalle, dem Pausenraum der Groner Grundschule und im Foyer
der IGS durchgeführt.
 

zu Frage 2:
Die Zahl kann nicht genau festgelegt werden. Für die letzten Jahre gilt: ca. 4
Veranstaltungen pro Jahr.
 

Zu Frage 3:
Die Veranstalter müssen einmal die Schauen mind. 6 Wochen vor Beginn mit Angabe des
Tierbestandes anzeigen. Am Tage vor Veranstaltungsbeginn oder noch am selben Tag vor
Veranstaltungsbeginn wird die Schau von einem Tierarzt des Veterinäramtes überprüft. Die
vom Veterinäramt festgestellten Verstöße müssen sofort abgestellt werden, erst dann kann
die Veranstaltung eröffnet werden. Die Ausnahme bilden nur die schriftlichen Unterlagen, die
oft nachbesserungswürdig sind. Hier nimmt das Veterinäramt mit der Behörde des
Herkunftsorts Kontakt auf.
 

Zu Frage 4 :
Der Stadtverwaltung wurden bisher keine gravierenden Verstöße gemeldet. Kleinere Mängel
werden vor der Veranstaltung vor Ort abgestellt (siehe auch Antwort zu Frage 5).


zu Frage 5:
Die Maßnahmen vor Ort sind i.d.R. Veranlassung des Tauschs des Terrariums, weil es zum
Bespiel zu klein für das ausgestellte Tier ist. Wechsel defekter Heizstrahler, Austausch der
Wasserbecken und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in einzelnen Terrarien. Grundsätzlich
muss erwähnt werden, dass die Aussteller ausschließlich mit genehmigten Tieren und
Haltungseinrichtungen (Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz) reisen.
 

zu Frage 6:
Es ist grundsätzlich verboten, dass Ausstellungsbesucher Tiere berühren. Besondere Tiere,
wie sehr große Schlangen werden in einem abgeteilten Raum vom Veranstalter vorgeführt.
Eine direkte Berührung des Tieres oder Übertragung von Körperausscheidungen auf
Ausstellungsbesucher ist nicht möglich und daher ist die Übertragungsmöglichkeit von
Salmonenellen auf den Mensch zu vernachlässigen.