Zukunft der Stadthalle / Prüfung eines Hallenneubaus an der Lokhalle

Interfraktioneller Antrag
der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen und der CDU-FDP-Gruppe im Rat der Stadt Göttingen
zur Ratssitzung am 26. April 2012:

Der Rat der Stadt Göttingen möge beschließen:

Der Rat der Stadt Göttingen fordert die Verwaltung auf, selbst und in Kooperation mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Göttingen (GWG) zeitnah, möglichst bis September 2012, Vorschläge zur Zukunft der Stadthalle Göttingen zu erarbeiten und vorzulegen. Folgende Alternativen sind zu prüfen:
1. Nachhaltige Sanierung der Stadthalle
2. Abriss der Stadthalle und Neubau am alten Standort
3. Abriss der Halle und Hallenneubau an der Lokhalle
Auch denkbare Neubauten müssen die akustischen und sonstigen technischen wie räumlichen Voraussetzungen für den Konzertbetrieb des Göttinger Symphonieorchesters erfüllen. Für die verschiedenen Handlungsvarianten sind jeweils die erforderlichen Investitionskosten zu berechnen sowie die jährlichen Folgekosten für Betrieb und Erhaltung zu kalkulieren.

Begründung:
In den vergangenen Jahren sind je nach akutem Bedarf in der Stadthalle Einzelmaßnahmen z. B. für die Verbesserung der Akustik in Angriff genommen worden, allerdings ohne dass ein langfristiges und wirklich tragfähiges Konzept für das Gesamtobjekt erkennbar gewesen wäre.
Trotz dieser erheblichen Aufwendungen in den vergangenen Jahren werden auch in den Folgejahren umfangreiche und aufwändige Arbeiten erforderlich sein, wenn die Stadthalle nachhaltig energetisch saniert und künftigen Veranstaltungsbedürfnissen angepasst werden soll. Auch bei einer vergleichsweisen guten Auslastung erfordert der Betrieb der Stadthalle derzeit einen jährlichen Zuschussbedarf in sechsstelliger Höhe.
Ganz ohne Zweifel bedarf die Stadthalle mindestens einer gründlichen Sanierung. Trotzdem wird auch mit einer Grundinstandsetzung der Technik, einer Verbesserung der Gebäudeisolierung und einer Aufarbeitung der Konferenzräume die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens Stadthalle keineswegs gesichert sein. Der Wettbewerb auf dem Eventmarkt ist hart. Heute fordern immer mehr Veranstalter den Nachweis, dass das Gebäude, welches sie buchen wollen, im Sinne eines nachhaltigen Ressourcenmanagement betrieben wird. Unsere Stadthalle hat gerade in diesem Punkt mehr als nur etwas Nachholbedarf. Auch setzt die Raumkonzeption Grenzen für wirkliche Großveranstaltungen.
Um zukünftig auf dem hart umkämpften Markt mithalten zu können und um die Investitions- wie Folgekosten zum Erhalt der Stadthalle oder für einen Neubau abschätzen zu können, benötigen wir verlässliche Vergleichsberechnungen.