Cap-Supermarkt

Der Rat möge beschließen:
Die Göttinger Werkstätten für behinderte Menschen werden gebeten, zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, einen CAP-Supermarkt in der Göttinger Südstadt zu eröffnen. Hierbei sind denkbare und geeignete Standorte auszuloten.

Begründung
Nachdem Nettomärkte in der Südstadt geschlossen wurden, besteht dringender Handlungsbedarf, die Versorgungslücke in der Südstadt zu schließen. Vor einigen Jahren wurde die Idee einen Cap-Supermarkt in Göttingen zu eröffnen von den Göttinger Werkstätten für behinderte Menschen geprüft und aufgrund von Überkapazitäten im Einzelhandel verworfen. Jetzt besteht in der Südstadt eine Versorgungslücke die durch einen Cap-Supermarkt geschlossen werden könnte.

Um die Idee eines Cap-Supermarkte noch einmal in Erinnerung zu bringen, hier die Begründung des Antrages aus dem Jahr 2007:

In vielen Städten und Gemeinden in Deutschland sind in den vergangenen Jahren Supermärkte entstanden, die als Integrationsfirmen Menschen mit Behinderung ein spezielles Arbeitsplatzangebot bieten und zugleich die Nahversorgung sicherstellen. Neben der wirtschaftlichen Betätigung am Markt haben sie den sozialen Auftrag, in einem vorgeschriebenen Umfang (mind. 20 Prozent) schwer behinderte Menschen zu beschäftigen, deren Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt auf besondere Schwierigkeiten stößt. Darüber hinaus ist sicher zu stellen, dass eine arbeitsbegleitende psychosoziale Betreuung erfolgt. Die gesetzliche Grundlage der Integrationsfirmen ist das Sozialge-setzbuch (SGB IX §§ 132-134).
CAP-Läden werden in Franchise der Genossenschaft der Werkstätten für Behinderte in Sindelfin-gen betrieben (www.gdw-wfb.de, www.cap-markt.de). Die GDW erstellt Wirtschaftsgutachten und berät in der Vorbereitung und im laufenden Geschäft. CAP-Läden werden von verschiedenen Trägern als selbständiges, gemeinnütziges Unternehmen, das auf Dauer angelegt ist, betrieben. Die sorgfältige Standortwahl und die Marktanalyse sind in der Vorbereitung die wesentlichsten Punkte. Hierbei sind die Stadtverwaltungen wie etwa in Mühlheim behilflich. Integrationsfirmen werden in der Regel als gGmbH gegründet. So können also neben Zuschüssen auch Spenden angenommen und durch die Gemeinnützigkeit die entsprechenden Steuervorteile genutzt werden.
Zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung sowie einen regelmäßigen Lohnkostenzuschuss gibt es die Ausgleichsabgabe. Außerdem erhalten einzelne CAP-Märkte Zuschüsse von Stiftungen zur Inventarisierung und für Personalkosten des Marktleiters. Für einige arbeitslose Mitarbeiter mit Behinderung können Personalkostenzuschüsse und Einstellungsprämien zum Betrieb einer solchen Firma beitragen.
Bei allen Zuschüssen hat der Träger natürlich einen Eigenanteil zu finanzieren. Ebenfalls selbst fi-nanziert werden muss die erste Warenausstattung. Die Stadt Hilden hat etwa zur Unterstützung eines CAP-Ladens einen zinslosen Kredit gewährt.