Fußgängersicherheit in Göttingen

In den vergangenen Wochen wurde in Göttingen häufig das Thema Fahrradfahren in der Fußgängerzone, Freigabe von Innenstadtstraßen für den Radverkehr etc. thematisiert. Die SPD-Ratsfraktion möchte in diesem Zusammenhang aber auch die Sicherheit von Fußgängern auf den Straßen und in der Fußgängerzone thematisieren. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind immer mehr, auch ältere und gehbehinderte Menschen zu Fuß in der Innenstadt unterwegs. Sie sind auf sichere Wegebeziehungen angewiesen.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Welche Maßnahmen ergreift die Verwaltung um die Sicherheit von Fußgängern vor anderen Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten?

2. Ist es möglich, die Zeiten bei Überquerungsphasen an Fußgängerampeln angemessen zu verlängern?

3. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, Fußgänger als bevorzugte Verkehrsteilnehmer in den Vordergrund zu stellen?
 

Fußgängersicherheit in Göttingen

Zu 1)
Durch Anwenung der geltenden Regelwerke (Straßenverkehrsordnung mit dazugehöriger Verwaltungsvorschrift, Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen, Richtlinien für Lichtsignalanlagen, Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen etc.), die u.a. auch Aussagen zu den Nutzungsansprüchen des Fußgängerverkehrs beinhalten, gewährleistet die Verwaltung ein hohes Maß an Sicherheit für die Fußgänger im Stadtgebiet.
Als Beispiel ist dabei der neue Ausbaustandard des Busrings (Reduzierung der Fahrbahnbreite, Platzgewinn für die Gehwegbereiche, besondere Gestaltung der Einmündungsbereiche) zu nennen, der die Qualität und Sicherheit für den Fußgängerverkehr deutlich erhöht.
An den Stellen, wo im Stadtgebiet Unfallhäufungen (verkehrsträgerübergreifend) auftreten, verfolgt die Verwaltung das Ziel, durch ggeignete Maßnahmen die Gefahrenpunkte zu entschärfen.

Zu 2)
Ja, an vielen Lichtsignalanlagen (LSA) im Stadtgebiet wäre das (theoretisch) möglich. Anzumerken ist, dass bereits heute selbst an den vierstreifigen Straßen der überwiegende Anteil an LSA schalttechnisch so konzipiert ist, dasss ein Queren der Hauptrichtung „in einem Zug“ möglich ist. Eine weitere Verlängerung der Grünzeiten für  die querenden Fußgänger würde zu Lasten der Grünzeiten für den Kfz-Verkehr (Widerspruch zur Zielsetzung Verstetigung des Verkehrs/“Grüne Welle“), den ÖPNV (Widerspruch zur Zielsetzung ÖPNV-Beschleunigung) und den Radverkehr (Widerspruch zur Zielsetzung Förderung Radverkehr) gehen.

Zu 3)
Im Rahmen der Erstellung des Klimaplans Verkehrsentwicklung wird eine Fußverkehrsstrategie erarbeitet, die strategische und konkrete Maßnahmen zur Förderung des zu-Fuß-Gehens in Göttingen aufzeigt. Inhalte/Schwerpunktes der Fußverkehrsstrategie könnten u.a. sein:
- Schaffung zusätzlicher Überquerungsstellen an Hauptverkehrsstraßen in deutlich geringerem Abstand als heute
- Fußgängerfreundlichere Schaltungen an Lichtsignalanlagen mit dem Ziel geringerer Wartezeiten und Zwischenhalte an Fahrbahnteilern (mit den in Punkt 2) beschriebenen Konsequenzen)
- Fortsetzung der Bestrebung, des Gehwegparken im Stadtgebiet weiter zu reduzieren, um die erforderlichen Gehwegbreiten einzuhalten
- Sicherstellung barrierefreier Querungen an den innerstädtischen Querungsstellen
- Abbau von Konflikten mit dem Radverkehr, der tendenziell schneller und mehr wird ( und an einigen Stellen eine Separierung erforderlich macht)
- Gezielte Verbesserung von Gestalt- und Aufenthaltsqualität in ausgewählten Teilbereichen