Zukunft der urbanen Mobilität in Göttingen

Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, vergleichbar dem London Cycling Action Plan ein Göttinger Konzept zur Förderung des Radverkehrs unter Einbezug der in den kommenden Jahren rasant wachsenden Nutzung von e-Bikes zu entwickeln.
Dieses soll kein isoliertes Konzept, sondern integraler Bestandteil und somit Ergänzung des Planungsleitbildes 2020, des Innenstadtleitbildes und des Verkehrsentwicklungsplans sein.

Begründung
Göttingen gilt zurecht als Fahrradstadt, mehre Auszeichnungen beweisen dies. Auch im Verkehrsentwicklungsplan hat der Radverkehr eine entscheidende Stellung, Göttingen ist bundesweit im Vergleich der Städte bezogen auf den modal split gut positioniert.
Steigende Treibstoffpreise, eine Zentralisierung auf Städte durch den demografischen Wandel, der Wunsch nach Lebensqualität in diesen urbanen Zentren sowie ein verändertes Umweltbewusstsein erfordern aber eine eingebettete Strategie zur Förderung des Radverkehrs in die generelle Stadtentwicklungspolitik. Anders formuliert: Göttingen glänzt mit vielen guten Einzelmaßnahmen und auch der Erprobung von Radschnellstraßen, die Förderung des Radverkehrs muss aber integraler Bestandteil aller Planungen sein. Dabei wird die Etablierung des e-Bikes eine entscheidende Rolle spielen, da es somit erstmals möglich wird, auch längere Strecken und Steigungen umweltfreundlich zu überwinden.
Der London Cycling Action Plan hatte sich ebenso zum Ziel gesetzt, den Radverkehr in die Stadtentwicklung einzubetten, deshalb wird dieser als Vergleich genannt. Zwar wird der Verkehrsentwicklungsplan zukünftig modifiziert werden, die erforderliche Berücksichtigung des Radverkehrs für eine urbane Mobilität unter den gewünschten Aspekten der Umweltfreundlichkeit und Lebensqualität kann nur gelingen, wenn dieser zunächst gesondert betrachtet wird. Zudem sind die mittlerweile bis hin zur Ebene der Europäischen Union gegebenen Förderkulissen komplex, sodass eine gesonderte Aufstellung eines Konzeptes erforderlich ist, dessen Ergebnisse dann in die städtischen Leitbilder einfließen soll. Als einige wesentliche Aspekte für die Stadtentwicklung seien an dieser Stelle exemplarisch genannt:

- Im Rahmen des „Schaufenster Elektromobilität“ – Entwicklung eines e-Radschnellweges
- Rückbau von mehrspurigen Straßen, um Raum für Radwege zu gewinnen
- Vorrangschaltungen an Ampeln für eine grüne Welle für Radfahrer
- die Überprüfung und ggf. Modifikation des städtischen Vorrangstraßennetzes für den MIV
- die verpflichtende Ausweisung von Fahrradabstellanlagen bei Neubauten
(vergleichbar PKW-Stellplätze)
- ein gemeinsames Radwegkonzept mit den benachbarten Landkreisen