Biergarten in Göttingen

Im Göttinger Tageblatt vom 11. August 2012 erschien ein Artikel der begann mit:
„Ein Biergarten in Göttingen? Seit vielen Jahren heißt es bei der Suche nach einem Biergarten: Fehlanzeige. Während sich im vergangenen Jahr noch leichter Optimismus unter den Freiluft-Gastro-Fans breitmachte, ist inzwischen das Vorhaben, im Cheltenhampark am Rohns’schen Badehaus einen Biergarten zu betreiben, im Sande verlaufen.“

Im Artikel heißt es weiter: „2005 hatte die Stadt einige Standorte – darunter der Cheltenhampark, Schillerwiese, die Westseite der Lokhalle, der Klosterpark Weende, der Levinsche Park, der Wall am Geismar Tor, der Waageplatz und der Kiessee – auf ihre Biergartentauglichkeit geprüft. „Wir mussten alle verwerfen“, sagt der Pressesprecher der Stadt Johannson. Als Alternativstandorte bringt er die Leineaue oder Flächen von Sport oder Kleingartenvereinen ins Spiel, die sich „hervorragend eignen“ würden.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Warum wurden im Einzelnen die oben angesprochenen Standorte für einen Biergarten verworfen?
2. Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein um einen Biergarten zu errichten?
3. In wie weit wurde das Projekt Biergarten in der Leineaue oder Flächen von Sport und Kleingartenvereinen verfolgt?
4. Was wird für die Umsetzung eines Biergartens im Innenhof des Städtischen Museums benötigt?
5. Gibt es auf Grund des Presseartikels bereits Interessenten das Projekt umzusetzen?


Antwort der Verwaltung  - Biergarten in Göttingen
Zu 1. Die genannten Standorte konnten nicht realisiert werden, da entscheidende Voraussetzungen nicht vorlagen bzw. erfüllt werden konnten. Darüber hinaus ist das Gesamtangebot an Außengastronomie in Göttingen zu beachten.
Schillerwiese: Hier wurde der Aufstellungsbeschluss vorbereitet, das Verfahren wurde aber nach heftigen Protesten aus dem benachbarten Wohngebieten eingestellt.
Cheltenhampark: Hier überwogen die Belange des Natur-Landschafts- und Denkmalschutzes (Naturdenkmal Wall), die mit einem Biergarten nur in einem kleinen Teilbereich vereinbar waren. Die mögliche Größe erschien dem potentiellen Betreiber nicht wirtschaftlich. Gleiches gilt für den Standort Wallvorfeld am Geismar Tor.
Westseite Lokhalle: Ein Biergarten wurde hier für eine Saison eingerichtet und stieß nur auf wenig Resonanz. Die Nutzung wurde nicht fortgesetzt.
Der Klosterpark Weende erschien dem potentiellen Betreiber als zu dezentral. Gleiches galt für den Levinschen Park, Kehr oder das Kiesseeareal.
Der Waageplatz wurde ausgeschlossen, da hier die Satdtplatznutzungen beibehalten werden sollten. Darüber hinaus verfügt der Platz nicht über „Garteneigenschaften“.

Zu 2.Zu den Standort-Kriterien die bei der Ansiedlung von Biergärten immer wieder genannte bzw. gefordert wurden, zählen insbesondere:
- Die Einhaltung planungsrechtlicher Rahmenbedingungen, insbesondere zum Lärmschutz. Von Außengastronomie, insbesondere von Biergärten geht eine nicht unerhebliche Lärmbelästigung aus, sowohl hinsichtlich des eigentlichen Betriebs, wie auch durch Zu- und Abgangsverkehre. Der Betrieb eines Biergartens kann zu Immissionskonflikten führen, wenn dieser  in den gesetzlichen Ruhezeiten stattfindet und schutzwürdige Nutzungen hiervon betroffen sind.
- Ja nach Standort ist eine ausreichend bemesssene Flächengröße (mind. 2000qm für etwa 500 Sitzplätze) von Bedeutung. Hinzu kommen Flächen für die Erschließung (ruhender Verkehr) sowie für die Ver- und Entsorgung.
- Die Erreichbarkeit und Wahrnehmbarkeit ist von hoher Bedeutung. Eine zentrale Lage, möglichst innerhalb des Walls mit gewachsenem Altbaumbestand, wurde immer wieder gewünscht. Die städtebaulichen Strukturen der Stadt Göttingen setzen diesen Wünschen jedoch gewisse Grenzen.
- Von der Betreibersteite (Stand 2005) gab es recht klare Vorstellungen über die Standortqualitäten eines Biergartens. Diese sind maßgeblich für die Einschätzung von Investition und Wirtschaftlichkeit.
Zu 3. Stadtseitig wurden keine weiteren Aktivitäten veranlasst.
Zu 4. Der Abschluss der Bau- und Sanierungsarbeiten im Städt. Museum wird voraus. Erst im Jahr 2020 liegen. Des Weiteren ist vermutlich eine Zustimmung des Landkreises wegen der Nachbarschaft der BBS III erforderlich. (FB 41).
Zu 5. Interessenten bzw. potentielle Betreiber sind hier (FD 61.1) nicht vorstellig geworden.