Möblierung der Göttinger Innenstadt

Der Rat der Stadt Göttingen möge beschließen:


Für die bevorstehende Neu-Möblierung der Göttinger Innenstadt im Bereich Weender Straße/ Marktplatz werden folgende Punkte berücksichtigt:
- Sämtliche Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter und sonstige Möblierungsgegenstände werden für alle Bevölkerungsgruppen dieser Stadt erreichbar und nutzbar sein. Das schließt eine senioren- und behindertengerechte Gestaltung (z. B. bei der Höhe der Sitzmöbel) ebenso ein wie eine großzügige Möglichkeit für Kinder, in der Weender Straße zu spielen.
- Es wird nicht zu einer Reduzierung von Sitzgelegenheiten kommen. Die bisherigen Sitzgelegenheiten sind die einzige Möglichkeit, sich in der Innenstadt aufzuhalten, ohne etwas konsumieren (Getränke, Speisen) zu müssen.
- Die Möblierung muss so gestaltet sein, dass sie bei kulturellen Veranstaltungen „bewegbar“ ist und sich ggf. für kulturelle Zwecke mitnutzen lässt.
- Für den Marktplatz wird die bisherige „Sitzschnecke“ beibehalten werden. Diese Sitzbank ist durch ihre besondere Form ein besonderer Ort gelungener Kommunikation, sie schafft einen hohen Aufenthaltswert, belebt den Marktplatz, indem sie leicht in seine Fläche hineinragt und ist mittlerweile Teil der Göttinger Innenstadt.
- Soweit die Planungen bislang vorsehen, zur Einfassung des Straßenraumes an der östlichen Häuserfront des Marktplatzes lange Sitzbänke in einen Abstand von ca. 5 Metern zu den dort ansässigen Geschäften aufzustellen, so werden diese Bänke in der Länge so beschaffen sein, dass sie nicht als „Barrieren“ wahrgenommen werden. Die bisherigen Entwürfe lassen so etwas befürchten.
- Für die Weender Straße werden Sitzgelegenheiten zu kleineren Sitzgruppen zusammengefasst. Einzeln aufgestellte Bänke könnten Gefahr laufen, verloren zu wirken.
- Die Spielzeug-Eisenbahn in der Weender Straße erfreut sich bei Kindern großer Beliebtheit. Sie bleibt erhalten.
- Das Element Wasser wird sich in der Weender Straße wiederfinden (Trinkbrunnen o. ä.).

Die Bauverwaltung entwickelt auf Grundlage der Ergebnisse des Gestaltungswettbewerbs und der o. g. Punkte Vorschläge zur Gestaltung.
Diese Vorschläge werden so frühzeitig in den öffentlichen politischen Gremien vorgestellt, dass diese – ohne durch die Notwendigkeit einer alsbald durchzuführenden Ausschreibung – ohne Zeitdruck für und wider diskutieren können und hierbei insbesondere die Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.
Eine Probe-Möblierung darf nur nach vorheriger Vorstellung im Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke erfolgen.
Die Verwaltung wird ferner beauftragt, eine etwaige Probe-Möblierung durch eine Bürgerinformationsveranstaltung zu begleiten. Eine aktive Öffentlichkeitsarbeit von Beginn an wird erwartet.

Begründung:
Der Verlauf der im Jahr 2011/ 2012 stattgefundene Diskussionen über die Auswahl der „richtigen“ Beleuchtungsmittel für die Weender Straße und den Marktplatz wird im allgemeinen als –vorsichtig formuliert- „unglücklich“ bezeichnet.
Für die anstehenden Diskussionen um die weitere „Möblierung“ der Innenstadt im Bereich des Marktplatzes und der Weender Straße (Aufstellen von Sitzgelegenheiten, Spielgeräten und sonstiges) müssen alle Beteiligten die richtigen Schlüsse ziehen.
So muss für die Zukunft vermieden werden, dass die Bauverwaltung von sich aus und ohne vorherige Rücksprache mit der Politik eine Auswahl von Möblierungsgegenständen aufstellt, ohne letztlich vorher für sich oder aber mit der Politik geklärt zu haben, auf welchen Grundlagen dies geschieht und wie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im weiteren Prozess aussehen soll.