Wieder Leben im Laden

Leerstand vermeiden, Wohnraum schaffen

Der Rat der Stadt Göttingen möge beschließen:

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, leerstehende Ladenlokale in Göttingen temporär oder dauerhaft in Wohnungen umzuwandeln. Darüber hinaus sind Gespräche mit Haus und Grund, Pro City, dem Göttinger Einzelhandelsverband und Immobilieneigentümern in der Innenstadt zu führen, mit dem Ziel, leerstehende oder schwer vermittelbare Läden in Wohnraum umzuwandeln.

Begründung:

In den B- und C-Lagen der Göttinger Innenstadt häufen sich die Leerstände. An die 50 Geschäfte stehen immer wieder leer oder werden nur kurzzeitig an wechselnde Mieter vermietet. In der Göttinger Innenstadt hat sich nach Schätzungen des Einzelhandelsverbandes der Leerstand fast verdoppelt. Es zeigt sich, dass kleine Läden in den Seitenstraßen mit einer Abnahme der Kundenfrequenz zunehmend wirtschaftliche Probleme bekommen. Es wird schwer sein, die 75.000 m² Ladenfläche, die sich in der Innenstadt auf 477 Läden verteilen, auf Dauer zu vermieten.

Nach Mitteilung des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages gewinnt der Onlinehandel zunehmend an Bedeutung. In 2014 stieg der Onlinehandel am Gesamtumsatz bundesweit um neun Prozent. Vor allem jüngere Kunden ziehen Bestellungen im Internet einem Gang in die Geschäfte der Innenstadt vor.

Ein Anstieg des Leerstands ist nicht nur in Göttingen, sondern auch in vielen deutschen Ballungsräumen und Universitätsstädten zu beobachten. Für die Städte besteht hier Handlungsbedarf. Unter anderem ist es der Stadt Köln gelungen mit der erfolgreichen Aktion „Leerstand vermeiden – Wohnraum schaffen“ Ladenlokale in Wohnraum umzuwandeln.

Leerstand von Ladenlokalen bedeutet aber auch schwindende Attraktivität für den betreffenden Innenstadtbereich. Angesichts eines angespannten Wohnungsmarktes in Göttingen würden Wohnungen in ehemaligen Ladenlokalen eine Entlastung für den Wohnungsmarkt bedeuten, andererseits belebt der Mix aus Wohnen und Handel die Innenstadt.