Weniger Kunststofftüten in Göttingen

Umweltfreundliche Alternativen zu Plastikverpackungen

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird gebeten, an einem Runden Tisch mit Pro City, dem Einzelhandelsverband, den Wochenmarktbeschickern, der Verbraucherzentrale, u.a. die Möglichkeiten eines freiwilligen vollkommenen Verzichts auf Plastiktüten und weitgehendem Verzicht auf Plastikverpackung zu erörtern.

Politik, interessierte Bürgerinnen und Bürger und Initiativen sind einzubeziehen.

Über die Ergebnisse ist im Umweltausschuss zu berichten.

Begründung:
Immer mehr Menschen entwickeln ein Umweltbewusstsein und denken über umweltgerechtes Handeln nach. Das fängt auch schon im Kleinen an, es muss nicht immer Plastik sein. Es gibt gute umweltfreundliche Alternativen zu den herkömmlichen Plastiktüten.

Bis sich Plastiktüten vollständig zersetzt haben, vergehen je nach Kunststoff 100 bis 500 Jahre. In Deutschland werden laut Bundesumweltministerium jährlich 71 Plastiktüten pro Person verbraucht, insgesamt also ca. 6 Milliarden Plastiktüten verbraucht.

Bis zum Jahr 2020 soll der Absatz von Beuteln, Säcken und Tüten in Europa auf insgesamt etwa 9,12 Mio. t steigen. Das erwarten die Analysten des Marktforschungsinstituts Ceresana, die erstmals eine vollständige Studie über den europäischen Markt vorgelegt haben (Bestellung oder Download unter www. ceresana.com). Das mit Abstand am häufigsten verwendete Material zur Herstellung ist Polyethylenfolie, davon wird nur ein geringer Teil recycelt oder thermisch verwertet, etwa 90 Prozent landen auf Mülldeponien. Nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) findet weltweit rund 7,5 Millionen Tonnen Plastikmüll seinen Weg in die Meere.

Die gesamte Tierwelt ist betroffen: Vögel fressen unbewusst Plastikmüll, welcher nach Verwesung des Vogels unter dem Skelett liegenbleibt. Kleinste Plastikpartikel, die Fische bei ihrer Nahrungssuche verschlucken, gelangen in unseren Nahrungsmittelkreislauf.

Auch die EU sagt den Einwegtragetaschen den Kampf an. Die negativen Folgen von Einwegtragetaschen für die Umwelt sind in den unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten nicht gleichermaßen gravierend. So hängen die Auswirkungen neben dem Pro-Kopf-Verbrauch und dem Umstand, wie häufig eine solche Tasche wieder genutzt wird, auch von der jeweiligen Qualität, der Abfallwirtschaft und den Entsorgungs- und Recyclingsystemen in den Mitgliedsländern ab. Die EU-Kommission hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, den hohen Verbrauch von Kunststofftragetaschen einzudämmen.

Parallel dazu haben einige Länder bereits Verbote bestimmter Tragetaschen erlassen oder versuchen, mittels Sondersteuern und Abgaben die Nachfrage nach einigen Produkten zu regulieren, wie es in der Studie von Ceresana weiter heißt. In der Regel sind dünne Einwegtragetaschen aus Polyethylen das Ziel solcher Initiativen. Ausgenommen von Verboten und Gebühren sind meist Tragetaschen aus Biokunststoffen – Kunststoffen, die entweder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und/oder biologisch abbaubar sind. Tragetaschen aus Biokunststoffen können das Umweltproblem alleine offensichtlich jedoch nicht lösen.

Deshalb soll über die Alternativen am Runden Tisch beraten werden und welche Wege die Stadt Göttingen begehen kann um den Plastikmüll einzudämmen.

Plastiktütenhersteller scheitern mit Klage Köln.

GT 26.09.2014
Zwei Hersteller von Plastiktüten sind mit einer Schadensersatzklage gegen die Deutsche Umwelthilfe gescheitert. Das Oberlandesgericht Köln habe in einem Rechtsstreit über angeblich falsche Aussagen zu biologisch abbaubaren Plastiktüten die Klage von Victor Güthoff & Partner aus Frechen bei Köln sowie der Ruppiner Papier- und Folienwerke abgewiesen, teilte die Umwelthilfe am Donnerstag mit. Die Unternehmen hatten die Umwelthilfe auf Schadensersatz in Höhe von 2,7 Millionen Euro verklagt. Die Umwelthilfe hatte mitgeteilt, dass zum Teil aus Polymilchsäure bestehende angebliche Biotragetaschen überwiegend nicht kompostierbar waren.