Fahrradverkehre im Westen der Stadt verbessern und vorhandene Potentiale nutzen:

Initialprojekte des Klimaplan Verkehrsentwicklung mit Leben füllen!

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine Konzeption zu erarbeiten, die eine bessere Erschließung der westlich der Leine gelegenen Stadt- und Ortsteile für den Fahrradverkehr und E-Mobilität gewährleistet.

Konkret möge die Verwaltung prüfen:

1. Schaffung eines E-Rad-Schnellweges entlang der ICE-Strecke und der alten Dransfelder Bahn zwischen Groß Ellershausen und Leine/Schiefer Weg mit Anschluss an den dort geführten E-Rad-Schnellweg (Bahnhof-Rosdorf)

2. Schaffung einer durchgehenden Radwegverbindung vom Landgericht (Godehardstraße) über den Egelsberg/Groner Freibad, Grone Altdorf, Springmühle bis nach Hetjershausen durch

a. Verlagerung des Radverkehrs auf die Straße (Godehardstraße) unter Aufgabe einer für den Autoverkehr vorgehaltenen Spur
b. Markierte Seitenstreifen und Fahrradstraßen
c. An den Radverkehr angepasste Ampelschaltungen

3. Berücksichtigung und Ausbau der Verkehrswegebeziehungen Maschmühlenweg, Eselstieg und Königsallee für Fahrradfahrten von und nach Holtensen, Holtenser Berg und Hagenberg sowie in das Gewerbegebiet unter Beteiligung der dort ansässigen Betriebe.

4. Sanierung und -wo erforderlich- Verbreiterung der Radwege entlang der Groner Landstraße/ Kasseler Landstraße.

Die Verwaltung wird beauftragt, die Einzelvorschläge zu 1.) bis 4.) sowohl im „Initialprojekt: Modellkonzept für ein Nahmobilitätskonzept“ als auch im Initialprojekt „Schaffung neuer qualitätsvoller Radschnellverbindungen“ des Klimaplans Verkehrsentwicklung zu prüfen, mit ggf. weiteren zielführenden Maßnahmen zu verknüpfen und umzusetzen.

Begründung:
Mit dem Ausbau einer E-Rad-Schnellweg-Verbindung zwischen Bovenden und Rosdorf über den Göttinger Bahnhof und den Universitäts-(Nord-)Bereich verbessert sich die Erschließung von Fahrradverkehren auf der Nord-Süd-Achse.

Anschließend an diesen Ausbau und die Verbesserung der Fahrradverkehrswege bedarf es in einem nächsten Schritt der Betrachtung der West-Ost-Achse und der nachhaltigen Verbesserung der in diesen Richtungen verkehrenden Radverkehre, um eine Neuordnung der innerstädtischen Nahverkehre auch aus und für diese Quartiere zu erreichen.

Hierzu bedarf es verschiedener Maßnahmen, die sich in die bestehende örtlich individuelle Verkehrsinfrastruktur einpassen und diese mit vergleichsweise geringfügigen Kosten so umgestalten, dass den wachsenden Fahrradverkehren und dem sich verändernden Nutzerverhalten Rechnung getragen werden kann. Hierbei ist, um das bestehende Nutzerverhalten aufzugreifen und zu fördern auf bereits in Benutzung befindliche Verkehrswegebeziehungen aufzubauen.

Grundlage einer nachhaltigen Verbesserung der Verkehre zwischen den im Westen der Stadt gelegenen Orts- und Stadtteilen und der restlichen Stadt sollen die Initialprojekte „Modellkonzept für ein Nahmobilitätskonzept“ und „Schaffung neuer qualitätsvoller Radschnellverbindungen“ sein, da Handlungsbausteine und somit Bestandteile aus beiden Initialprojekten auf die im Antrag vorgeschlagenen und nachfolgend beschriebenen Maßnahmen haben.

Zu den konkreten Maßnahmen:

Ad 1.) Über Schiefer Weg und Am Gailgraben laufen bereits jetzt erhebliche Radverkehre zwischen dem Leineberg/Grone-Süd/Groß Ellershausen und der Innenstadt. Die Verkehre nach Grone und Groß Ellershausen führen dann weiter entlang der ICE-Strecke (zwischen ICE-Strecke und Stadtfriedhof), ab Grone-Süd bis zur Siekhöhenallee auf der sog. „Hundeallee“ entlang des Lärmschutzwalls und ab der Siekhöhenallee bis nach Groß Ellershausen auf der alten Dransfelder Bahntrasse. Der Weg besteht sowohl aus wassergebundener als auch Asphaltdecke und weist eine Breite von maximal 1,5 Metern aus. Diese Breite reicht bereits jetzt nicht aus, um Nutzungskonflikte zwischen Begegnungsradverkehren/Fußgängern zu vermeiden. Der notwendige Platz für einen E-Rad-Schnellweg  steht in jedem Abschnitt der Strecke zur Verfügung. Die Streckenführung ist auch deswegen ideal, weil bis auf die Querung der Ihringstraße und der Siekhöhenallee keinerlei Verbindungen zum MIV bestehen und eine eigene Radachse geschaffen wird. Im Leinevierteil (Schiefer Weg/ Rosdorfer Weg,) ist eine problemlose Anbindung an den E-Rad-Schnellweg Göttingen-Rosdorf gewährleistet.

Ad 2.) In der ist wie im Rahmen des Ausbaus des Radschnellwegs Bahnhof-Bovenden im Nikolausberger Weg geschehen eine der beiden für den motorisierten Verkehr vorgehaltenen Fahrbahnen für den Fahrradverkehr um zu nutzen, ggf. als kombinierte Fahrbahn für Bus und Fahrradfahrer. Ab dem Kreisel Godehardstraße/Königsallee besteht nach Norden und Süden die Möglichkeit die Fahrradwege entlang der Königsallee zu nutzen. Über den Egelsberg ist Richtung Westen z. B. durch einen Seitenstreifen oder die Ausweisung der Friedrich-Naumann-Straße als Fahrradstraße dem Fahrradverkehr auf dieser wegen seiner Sperrung für den MIV verkehrsberuhigten Straße Vorrang einzuräumen. Gleiches gilt für den Greitweg, der nach Grone hinein führt. Innerhalb des Groner Altdorfes sind Maßnahmen zu ergreifen, die Fahrradverkehre mit dem Ziel Hetjershausen entweder zum Lange Reekesweg oder Helvesanger leiten, um von dort eine verbesserte Wegebeziehung nach Hetjershausen zu erreichen.

Ad 3.) Die aus Holtensen/Holtenser Berg/ Hagenberg zum Bahnhof und in die Innenstadt führenden Verkehrswegebeziehungen sind vielseitig und bedürfen einer genaueren, konkreten Betrachtung. Teilweise werden diese Stadtteile über die Godehardstraße fahrradverkehrstechnisch erschlossen. Soweit aber der Maschmühlenweg und die Wege entlang der Leine (Eselstieg) genutzt werden, ist näher zu betrachten, auf Grundlage welcher Fahrradverkehrsmengen Verbesserungen punktuell notwendig sind. Hierbei ist auch eine bessere Anbindung des Fahrradverkehrs an die in den Betrieben im Westen der Stadt bestehenden Arbeitsplätze zu berücksichtigen.

Ad 4.) Die Radwege entlang der B3 (Groner Landstraße/Kasseler Landstraße) sind überwiegend (Ausnahme: vor der Fläche Herkules/Edeka) in einem schlechten Zustand: Schlaglöcher und Flickwerk tragen dazu bei, dass Fahrradfahren auf den dortigen Radwegen einer Zumutung gleicht. Hinzu kommt die teilweise sehr eng bemessene Breite des Radweges. Die antragstellende Fraktion anerkennt, dass dies durch das historische Wachstum des Straßenverlaufs und der straßenbegleitenden Bebauung bedingt ist. An einigen Stellen entlang der Straße wird eine Vergrößerung des Radweges auch in Zukunft nicht möglich sein (z. B. auf Höhe Stadtfriedhof, Begrenzung durch Friedhofsmauer. Jedoch lässt sich bei einer schrittweisen Sanierung z. B. durch Wegfall der teilweise 1 Meter breiten Mittelinseln notwendiger Platz für eine Verbreiterung der Radwege gewinnen.