Erhalt der Klingebiel-Zelle in Göttingen - Nachnutzung „Festes Haus“

Die Verwaltung der Stadt Göttingen wird aufgefordert, hinsichtlich der Nachnutzung des Festen Hauses mit dem Eigentümer, dem Land Niedersachsen, Kontakt aufzunehmen und prüfen zu lassen, ob die Zelle mit den unter Denkmalschutz stehenden Wandmalereien des Julius Klingebiel im Festen Haus (ehemaligen Verwahrungshaus) des Landeskrankenhauses verbleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.

Ferner ist in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen zu prüfen, wie eine Nachnutzung des gesamten Gebäudes aussehen könnte und ob es z.B. die Möglichkeit gibt, Proberäume für Musikgruppen in diesem Haus zur Verfügung zu stellen.

Begründung:

Julius Klingebiel malte Portraits, Tiere, Landschaften, Wolkenkratzer und Segelschiffe, die er durch Ornamentik und Umrahmungen zu einem flächendeckenden Bild in seiner Zelle zusammenfügte. Diese Wandmalerei ist erhalten und steht unter Denkmalschutz, sie gilt in ihrer Art als ein weltweit solitäres Kunstwerk der „outsider-art“. Die Zelle ist bis heute leider nicht öffentlich zugänglich, lediglich eine begehbare Rauminstallation macht bisher das Werk Klingebiels erlebbar.

Mit dem Neubau des Festen Hauses ergibt sich die Frage, was mit dem alten Gebäude aus dem Jahre 1906 und mit dem darin befindlichen Klingebiel-Kunstwerk geschehen soll. Das Ansinnen, das Werk ins Sprengel-Museum nach Hannover zu schaffen, ist diskutiert worden. Wir sind allerdings der Ansicht, dass die Malerei eng mit der Zelle Nr. 117 und dem Haus verbunden bleiben sollte.

Das Feste Haus wird durch einen Neubau ersetzt, damit steht das alte Gebäude leer. Es sollte aber wieder einer Nutzung zugeführt werden. Wir könnten uns vorstellen, dass hier neben der Klingebiel-Ausstellung ein sehr guter Platz für gesuchte Proberäume für Musikgruppen entsteht. Dieses gilt es zu prüfen.