Weitere Produktionsschule für Göttingen

Der Schulausschuss möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt,

ein Konzept für die Errichtung einer weiteren Produktionsschule in Göttingen zu entwickeln und dem Schulausschuss zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Das Konzept soll unter anderem folgende Aspekte beinhalten:

- eine Bedarfsermittlung auf Grundlage der bisherigen Nachfrage an der bereits bestehenden Produktionsschule

- eine Integration auch der möglichen weiteren Produktionsschule in das Konzept für den Übergang von der Schule in den Beruf (Regionales Übergangsmanagement)

- die Berücksichtigung der entsprechenden Erhebungen zum Übergang von der Schule in den Beruf und zur Schulverweigerung

- einen Finanzierungsplan, der Fördermöglichkeiten des Bundes, des Landes Niedersachsen und der Europäischen Union prüft

- Optionen einer Trägerschaft für die weitere Produktionsschule zwischen Stadt Göttingen und Land Niedersachsen

- daraus abgeleitet ein Gesamtkonzept für den Betrieb beider Produktionsschulen
 

Begründung:

Seit dem Jahr 2007 arbeitet die Produktionsschule Göttingen sehr erfolgreich. Ihr gelingt es, Schulverweigerer durch Handlungsorientierung erfolgreich zu einem Schulabschluss zu führen. Dieses im Wesentlichen auf Grundsätzen der Reformpädagogik fußende pädagogische Programm hat dazu geführt, die Göttinger Schulabbrecherquote weiter zu reduzieren.

Allerdings sind die Schulplätze an der Produktionsschule begrenzt, der eigentliche Bedarf dürfte höher sein.

Die Stadt Göttingen verfolgt das Ziel, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Abschluss erwerben.

Eine Erweiterung der bestehenden Produktionsschule widerspräche dem pädagogischen Konzept, weshalb die Errichtung einer weiteren erforderlich wäre. Dafür ist ein Konzept vorzulegen, um Bedarf und Finanzierung zu klären.

Die bereits vorhandene Produktionsschule hat zunächst bis 2010 Mittel aus dem damaligen Hauptschulprofilierungsprogramm erhalten, sowie ESF-Fördermittel. Mittlerweile wird sie durch die kommunale Anstalt für Beschäftigungsförderung betrieben und erhält laut Wirtschaftsplan 149.600 Eur für Personalkosten und 31.480 für sonstige betriebliche Aufwendungen jährlich. "Trägerin" ist die Heinrich-Heine-Hauptschule.

Für die weitere Produktionsschule und auch beide zusammen ist ein Finanzierungskonzept zu entwickeln, das Förderkulissen einbezieht und prüft. Darüber hinaus ist mit dem Land Niedersachsen, insbesondere mit dem Kultusministerium zu klären, inwiefern und ob dieses die Personalgestellung übernehmen kann.