Betreuung minderjähriger Flüchtlinge

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, die freien und städtischen Kitas, die Schulen, die Sozialdienste der freien Träger der Jugendhilfe und der Wohlfahrtspflege, die Beschäftigungsförderung, das Migrationszentrum und die Ehrenamtlichen bei ihrer Tätigkeit im Rahmen der Betreuung von Flüchtlingskindern und –jugendlichen besonders zu unterstützen und deren Vernetzung zu befördern.

Die Verwaltung möge bei der Landesregierung in Hannover die vom Bund in Aussicht gestellten Mittel für die Flüchtlingsbetreuung zeitnah einfordern.

Begründung:
Mit der wachsenden Flüchtlingswelle steigt auch die Zahl von Kindern und Jugendlichen an, die auf ihrer Flucht mit und ohne Begleitung von Erwachsenen in Göttingen ankommen. Die SPD- Ratsfraktion Göttingen sieht die Zunahme der Flüchtlingsaufnahme als eine der wichtigsten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen. Dabei ist ein Augenmerk auf die Betreuung der minderjährigen Flüchtlinge zu legen. Die Aufnahme, Betreuung und Integration von Flüchtlingskindern und Flüchtlingsjugendlichen ist eine große Herausforderung für die Stadt.

Beispielhaft zählen hierzu der Einsatz von shuttle-Fahrdiensten, um z.B. Kita-Plätze in entfernter liegenden Stadtteilen nutzen zu können, der Einsatz von Dolmetschern oder Fortbildungs- und Supervisionsangebote für die Beschäftigten der betreffenden Einrichtungen. Die zahlreichen Aktivitäten zur Unterstützung von Flüchtlingskindern in Göttingen können nur dann optimal greifen, wenn sie professionell vernetzt sind.

Die neue Lebenssituation der Flüchtlingskinder und Flüchtlingsjugendlichen ist geprägt von unterschiedlichen kulturellen Lebensgewohnheiten und Einflüssen. Viel Kinder und Jugendliche sind zudem traumatisiert durch Krieg, Flucht und Vertreibung. Daher bedarf es einer besonderen und professionellen Begleitung und Unterstützung. Dabei ist die interkulturelle Kompetenz bei den Hilfsangeboten zu achten.

Für Flüchtlingskinder und Flüchtlingsjugendliche ist es wichtig, schnellstmöglich die deutsche Sprache zu erlernen. Eine intensive Betreuung ist notwendig, damit den Kindern und Jugendlichen strukturierte und geregelte Tagesabläufe geboten werden können. Kinder und junge Flüchtlinge sollen von Anfang an gute Bildungschancen erhalten.