Übergabe der „Klingebiel-Zelle" in die Universitätssammlung

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung der Stadt Göttingen wird beauftragt, in Gesprächen mit der Georg-August-Universität zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Klingebiel-Zelle als komplettes Raumkunstwerk in die geschichtliche Sammlung der Georg-August-Universität überstellt und repräsentativ öffentlich zugänglich gemacht werden kann.

Die Verwaltung wird beauftragt, in enger Abstimmung mit der Georg-August-Universität ein zeitgemäßes Konzept für die öffentliche Ausstellung der Klingebiel-Zelle einschließlich einer wissenschaftlich - geschichtlichen Ausstellung zur Psychiatrie in Göttingen zu erarbeiten. Für die Umsetzung sollen die erforderlichen Fördermittelanträge gestellt werden.

Begründung:
Am 12.12.2014 hat sich der Rat der Stadt Göttingen dafür ausgesprochen, die sogenannte Klingebiel-Zelle in Göttingen zu belassen und diese einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

2012 wurde die Zelle unter Denkmalschutz gestellt. Sie kann zur Zeit nicht besichtigt werden. Die Raumausmalung als Kunstwerk von internationaler Bedeutung sollte dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht und denkmalpflegerisch erhalten bleiben. Dafür ist eine öffentliche Präsentation in einem musealen Gebäude der richtige Weg und bietet den passenden Rahmen, die Geschichte der Psychiatrie in Göttingen darzustellen. Elf Jahre lang bemalte der psychisch kranke Mensch Julius Klingebiel seine Zelle im sog. Verwahrungshaus mit Landschaften, phantasierten Tieren und mit vielen zeitgeschichtlichen Hinweisen. Die Wandmalerei der Klingebiel Zelle repräsentiert nicht nur den kunsthistorischen Aspekt sondern auch den psychiatriehistorischen Aspekt.

Die Kingebiel-Zelle mit einer psychiatriegeschichtlichen Ausstellung an einem repräsentative Ort könnte eine Bereicherung für die Georg-August-Universität Göttingen und für die Stadt Göttingen sein.