Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen für alle Göttinger Schulen

Interfraktioneller Antrag für den Schulausschuss am
01. Oktober 2015

Der Ausschuss möge dem Rat zum Beschluss empfehlen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in einem neu aufzulegendem Programm zur sozialpädagogischen Stärkung der allgemeinbildenden Schulen allen Schulformen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen als Landesbedienstete zur Verfügung zu stellen. Der Rat bittet den Oberbürgermeister schnellstmöglich tätig zu werden.

Begründung:
Bisher haben in Göttingen lediglich die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule sowie Hauptschulen aus dem Hauptschulprofilierungsprogramm Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen als Landesbedienstete zur Verfügung, die nicht aus dem Schulbudget finanziert werden. Dieser Status Quo ist historisch durch die Entwicklungsgeschichte der Gesamtschulen bedingt.

Vor dem Hintergrund aber einer mittlerweile in allen Schulformen gegeben Heterogenität der Schülerschaft mit vielfältigen Problemlagen ist es erforderlich, auch den Göttinger Gymnasien und Grundschulen sowie der dritten Göttinger Gesamtschule eine entsprechende personelle Ausstattung zu geben. Gymnasien haben zwar  teilweise Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, dies geht aber zu Lasten des eigenen Budgets für das eigene Personal und damit zu Lasten des Unterrichts. Auch die Grundschulen müssen von diesem Programm profitieren.

Die Göttinger Bildungslandschaft ist erfolgreich, sie hat abnehmende Schulabbrecherquoten auf der einen Seite, auf der anderen Seite eine hohe Abiturquote. Studien belegen, dass hier eine hohe Bildungsaufstiegs- und Integrationsfähigkeit vorliegt. Dieser pädagogische Kraftakt benötigt Unterstützung.

Die Landesregierung wird deshalb aufgefordert, in einem Programm zur sozialpädagogischen Stärkung der Schulen alle Schulformen zu berücksichtigen. Hier müssen Stellen für Landesbedienstete geschaffen werden, auch, um sichere Arbeitsplätze und damit pädagogische Kontinuität zu gewährleisten. Der bisherige Zuständigkeitsstreit zwischen dem Land Niedersachsen und den Kommunen ist zu beenden, da er eine langfristige Entwicklung verhindert. Zudem ist die Vielzahl der Beschäftigungsformen arbeitsmarktpolitisch bedenklich.