Kein Abbau von Arbeitsplätzen bei Zeiss Microscopy GmbH

Gemeinsame Resolution aller Fraktionen im Rat der Stadt Göttingen zur Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am Freitag, dem 13. November 2015

Standort Göttingen langfristig sichern

 

Der Rat möge beschließen:

Der Rat der Stadt Göttingen erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat der Carl Zeiss AG in Göttingen und fordert den Vorstand der Carl Zeiss AG auf, seine Entscheidung über den Wegfall von über 400 Arbeitsplätzen in Göttingen bei der Zeiss-Tochter Microscopy GmbH zurückzunehmen.

Der massive Stellenabbau am Standort Göttingen durch die Schließung der Entwicklungsabteilung in Göttingen ist falsch – für das Unternehmen und den Standort Göttingen.

Der Rat der Stadt Göttingen bittet den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Stephan Weil, und den Nds. Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, die örtlichen Landtags- und Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen sowie die Stadtverwaltung und die Gesellschaft für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (GWG), so schnell wie möglich Gespräche mit den Verantwortlichen der Carl Zeiss AG aufzunehmen, soweit dies noch nicht geschehen ist, mit dem Ziel, die Arbeitsplätze und den Standort in Göttingen zu erhalten.

Die Verwaltung wird beauftragt, den Vorstand und den Betriebsrat (Gesamtbetriebsrat) der Carl Zeiss AG von dieser Resolution in Kenntnis zu setzen.

Begründung:

Der Rat der Stadt Göttingen sieht mit großer Sorge die vom Vorstand der Carl Zeiss AG getroffene Entscheidung über 400 Arbeitsplätze am Standort Göttingen bei der Zeiss-Tochter Microscopy GmbH abzubauen.

Eine funktionierende Einheit wird zerstört. Hunderte von Arbeitsplätzen gehen durch die Entscheidungen des Zeiss Vorstandes in Göttingen verloren. Aus Göttingen verschwinden werden alle Werksbereiche - inklusive Forschung und Entwicklung - außer der Fertigung.

Im Göttinger Werk gibt es jedoch eine starke Anbindung von Industrie und Wissenschaft, somit von Forschung und Entwicklung. Beides ist nicht nur für die Produktentwicklung, sondern auch für die Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte unabdingbar.

Durch die Verlagerung der Arbeitsplätze wird der ohnehin strukturschwache Raum Südniedersachsen ein weiteres Mal schwer belastet. Kaufkraft, aber auch Knowhow gehen der Region verloren und Familien werden getrennt.