Platz für Labore und Büros

Räume für Ausgründungen aus der Wissenschaft in Göttingen

Vor knapp einem Jahr, im Herbst 2015, wurde der vierte Abschnitt des Göttinger Science Parks fertig. Mittlerweile ist auch dieses Gebäude durch junge Unternehmen belegt. Aktuell fehlen damit in Göttingen Räume für Ausgründungen aus der Wissenschaft und Startups aus der Biotechnologiebranche. Da in dieser Branche ein Schwerpunkt der Göttinger Wirtschaftsförderung gesehen wird, hat bislang die GWG Flächen entwickelt und so Raum für Unternehmen geschaffen. Nunmehr stellt sich die Frage, wie zügig dem erhöhten Bedarf entsprochen werden kann.

Wir fragen vor diesem Hintergrund die Verwaltung und bitten um Antwort, auch unter Einbezug der Geschäftsführung der GWG:

1. Auf welchen Flächen, die bereits im Besitz der Stadt Göttingen bzw. der GWG sind, kann zügig weiterer Raum für Unternehmen entwickelt werden?

2. Welche weiteren Flächenpotenziale ergeben sich durch die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans – Gewerbe?

3. Welche Konzepte und Überlegungen gibt es bereits jetzt bei der GWG, dem erhöhten Bedarf zu begegnen?

 

Antwort der  Verwaltung

19. Januar 2017

Räume für Ausgründungen aus der Wissenschaft werden in Göttingen im GöTec und im Science Park vorgehalten. Insbesondere der Science Park ist bestimmt für Gründungen und junge wachsende Unternehmen der Biotech-/Medizinbranche. Im Landkreis Göttingen sind insgesamt rd. 16.650 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte diesem Bereich zuzurechnen, das entspricht einem Anteil an der Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von rd. 17 %.

Zentrales Handlungsfeld der Göttinger Wirtschaftsförderung ist es daher weiterhin, anforderungsgerecht kontinuierlich die notwendigen Rahmenbedingungen für Ausgründungen und wachsende Unternehmen dieser Branche zu schaffen.

Auf dieses Weise ist es gelungen, Göttingen als Technologie-Standort bundesweit zu positionieren. Die vorhandenen Potentiale der Universitätsmedizin, der Hochschulinstitute, der Max-Planck-Institute und der weiteren Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen werden im anwendungsbezogenen Wissenstransfer unterstützt und auf diesem Wege die Schaffung neuer hochqualifizierter Arbeitsplätze ermöglicht.

Zu Frage 1:

Für die weitere Entwicklung der Biotech-/Medizinbranche werden insbesondere Flächen im Science Park vorgehalten. Der Science Park Göttingen liegt im Nordwesten der Stadt Göttingen unmittelbar an der A7/B27 und bietet insgesamt 120.000m² Gewerbefläche, für die Technologieunternehmen ausgewiesen. Derzeit stehen hiervon noch rund 66.000m² zur Verfügung.
Hier befindet sich auch das Technologiezentrum Science Park.

Für die weitere Entwicklung der Biotech-/Medizinbranche bietet aktuell die stadteigene Fläche Flur 33, Flurstück 16/10 auf einer Teilfläche von 11.000m² ausreichend Platz zur weiteren Expansion bzw. für einen weiteren Bauabschnitt mit rund 4.000m² Nutzfläche. Der rechtskräftige Bebauungsplan 221 „Science Park Göttingen“ setzt den erforderlichen planungsrechtlichen Rahmen. Die Fläche ist erschlossen und baureif.

Im Gewebegebiet Grone gibt es weitere Flächen, die für eine in der Anfrage genannte Entwicklung geeignet sind (Gemarkung Elliehausen, Flur 11, Flurstücke 20/7 und 20/9 sowie Gemarkung Grone, Flur 11, Flurstück 1/134). Die Grundstücke im Bereich der Hans-Böckler-Straße bieten auf einer Teilfläche von rd. 20.000m² ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten in Umgebung verschiedenster Unternehmen und Dienstleistern der Technologie-, Biotech- und Speditionsbanche. Das notwendige Planrecht wird derzeit geschaffen.

 

Zu Frage 2:

Das Gewerbeflächenkonzept der Stadt Göttingen als Grundlage des FNP zur gewerblichen Entwicklung identifiziert erschlossene gewerbliche Reserveflächen für forschungs- und technologieorientiertes Gewerbe (MI/GE) vornehmlich im „Science-Park Göttingen“ (Grone) sowie im Bereich der Zietenterrassen direkt angrenzend an das GÖTEC (Geismar). Darüber hinaus befinden sich räumliche Entwicklungsspielräume für Ausgründungen aus Wissenschaft und Forschung im Campus Nord sowie im Bereich des Universitätsklinikums.

Schwerpunktmäßig umfasst das Gewerbeflächenkonzept die nachfolgend aufgeführten Flächen:

  • G 01.2 Europa-Allee-Nord – Weststadt (3,3 ha)

  • G 02 Science-Park III – Grone (0,9 ha)

  • G 03 Hermann-Kolbe-Straße – Grone (9,6 ha, tlw. Im städtischen Besitz)

  • G 04 Hans-Böckler-Straße-West – Grone (6,2 ha)

  • S 04 Erweiterung HAWK, GÖTEC – Geismar (1,3 ha, GWG/Stadt Göttingen)

 

Des Weiteren verfügt die Stadt über eigene unbebaute Flächen innerhalb des Science Parks in Umfang von ca 9,5 ha mit geltendem Planrecht (s.o.). Mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans stehen somit ca. 30 ha an realisierbaren Flächen zur Verfügung.

 

Zu Frage 3:

Bereits der Errichtung von Science Park IV 2014/15 lag ein Gesamtkonzept für die Bebauung der o.g. Flächen zugrunde. Mit der Verabschiedung des Wirtschaftsplan 2017 standen er GWG Planungsmittel für einen weiteren Bauabschnitt zur Verfügung. Die GWG konnte mithin die Zeit seit der Beschlussfassung im Aufsichtsrat am 05.12.2016 nutzen und eine Vorentwurfsplanung für den notwendigen weiteren Bauabschnitt beauftragt und aktuell in möglichen Varianten für den Gebäudezuschnitt vorliegen. In Planung sind die Errichtung von 4.000m² Büro- und Laborflächen. Eine erste vorläufige Grobschätzung der Gebäudekosten wird Ende KW 2 vorliegen. Die GWG ist aktuell mit den potentiellen Unternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen zur Feinabstimmung der Raumbedarfe und –zuschnitte.