Verbesserung der Servicequalität bei den KiTa Anmeldungen

Der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung wird aufgefordert, die Service Qualität bei den Kita-Anmeldungen zu verbessern und folgende Maßnahmen umzusetzen.

1. Einrichtung eines zentralen KiTa-ServiceCenters

Hier können sich Familien persönlich und telefonisch beraten lassen und erhalten alle notwendigen Informationen. Darüber hinaus werden sie bei der Anmeldung auf einen KiTa-Platz unterstützt.

Folgende Information und Unterstützung können Familien im KiTa-ServiceCenter erhalten:

  • Betreuungsformen und -zeiten

  • Räumliche Lage der Einrichtungen

  • Unterstützung bei der Auswahl

  • Unterstützung bei der Anmeldung

  • Zurverfügungstellung der jeweiligen Formulare

  • Ablauf der Eingewöhnung

  • Informationen zum Rechtsanspruch

  • Informationen zu möglichen finanziellen Hilfen

  • Informationen über Träger und Einrichtungen

    Eine Beratung ist bereits während der Schwangerschaft möglich. Familien können einen erneuten Termin vereinbaren, wenn zwei Monate vor angedachtem Eintritt in die jeweilige Einrichtung noch kein Platz gefunden wurde. Hierüber werden sie zeitnah vom ServiceCenter informiert.

    Darüber hinaus muss der Online-Auftritt der Stadt Göttingen angepasst und übersichtlicher gestaltet werden, damit sich Familien bereits im Vorfeld vorbereiten können und ggf. keine (intensive) Beratung notwendig ist. Hier sind alle notwendigen Informationen eingestellt sowie über die Adresseingabe KiTas und freie Plätze zu finden.

    2. Einrichtung einer zentralen Vergabestelle für KiTa-Plätze in Zusammenarbeit mit den privaten Trägern

    Familien können sich zentral online um einen Betreuungsplatz in Göttingen bewerben und müssen nicht mehr diverse Formulare ausfüllen. Erhalten Eltern keinen Platz, werden sie benachrichtigt so wie die anderen Einrichtungen umgehend automatisch eine Rückmeldung erhalten.

    3. Abschaffung der Anmeldefristen für Krippenkinder / unter 2-Jährige

     

    Begründung

    Ziel ist ein transparentes und praktikables Verfahren zur Anmeldung zur Entlastung der Familien.

    Göttingen besitzt ein qualitativ und quantitativ herausragendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen. Mit der Stadt als Träger sowie einer Vielzahl an privaten Einrichtungen ist Göttingen im Vergleich zu anderen Städten vorbildlich. Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aber auch einer positiven Entwicklung der Kinder stehen viele Möglichkeiten offen.

    Jedoch ist für viele Familien die Suche nach einem geeigneten Platz oftmals beschwerlich. Sie müssen sich nicht nur über die verschiedenen konzeptionellen Hintergründe informieren, sondern auch darüber, wo es überhaupt einen geeigneten Betreuungsplatz für sie gibt. Dazu müssen Gespräche mit den diversen Trägern geführt und eine hohe Anzahl an Formularen ausgefüllt und Unterlagen eingereicht werden.

    Zusätzlich müssen Fragen geklärt werden, welchen Rechtsanspruch sie haben und ob es finanzielle Unterstützung gibt.

    Oftmals ist noch kurz vor angedachtem Eintrittstermin des Kindes in die Kindertagesstätte noch unklar, ob überhaupt ein Platz frei wird. Dies bedeutet eine große Unsicherheit für die Familien, insbesondere wenn hiermit der berufliche Wiedereinstieg zusammenhängt.

    Dieser fällt vor allem für viele Mütter auf den ersten Geburtstag des Kindes, wenn auch der Bezug des Elterngeldes endet, was für die Familien nicht nur emanzipatorische, sondern auch rein finanzielle Gründe hat.

    Die Aussicht das Kind erst später betreuen lassen zu können, bedeutet dann entweder weitere Arbeitszeitreduzierung oder gar einen späterer Wiedereinstieg, mit wesentlich schlechteren Chancen zu einem späteren Zeitpunkt in Vollzeit auf gleicher Stelle wieder zu arbeiten.

    Daher sollte für Kinder unter einem Jahr auch eine Anmeldung außerhalb der Anmeldefristen bei der Stadt Göttingen möglich sein, um zumindest die Chance zu haben, noch vor dem Sommer einen Platz zu erhalten.

    Mittelfristig muss eine zentrale Vergabestelle, wie es sie bereits in vielen anderen Städten gibt, eingeführt werden. Sie reduziert den Anmeldeaufwand auf beiden Seiten und erhöht die Planungssicherheit.