Situation Alleinerziehender in Göttingen

Der Ausschuss möge beschließen.

Die Verwaltung wird aufgefordert, zu einer der nächsten Ausschusssitzungen VertreterInnen des Runden Tisches Alleinerziehende einzuladen, um über die spezifische Lage Alleinerziehender in Bezug auf ihre finanzielle Situation, Betreuungssituationen, Wohnen, Arbeit, Bildung und Teilhabe zu berichten.

Da Alleinerziehende vor allem einen sehr schlechten Zugang zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung haben, sollen darüber hinaus das JobCenter sowie die Arbeitsagentur (als Mitglieder des Runden Tisches) eingeladen werden, um die Situation der Alleinerziehenden auf dem Göttinger Arbeitsmarkt darzustellen sowie die Maßnahmen, die ergriffen werden, um den Zugang zu erleichtern.

 

Begründung

Die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland wächst kontinuierlich. 2017 war laut statistischem Bundesamt ein Fünftel der Familien mit minderjährigen Kindern alleinerziehend, wobei alleinerziehende Mütter mit 90% stark überrepräsentiert sind.

Alleinerziehende sind somit fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Sie tragen die volle Verantwortung, mit wenig Geld, einer höheren Belastung, wenig Zeit und wenig Anerkennung. Diese Bevölkerungsgruppe ist besonders stark von Armut betroffen. Und das Armutsrisiko ist in den letzten 20 Jahren kontinuierlich angestiegen. Laut statistischem Bundesamt waren 2015 rund ein Drittel der Alleinerziehenden von Armut bedroht, wohingegen Paare mit zwei Kindern nur eine Armutsrisikoquote von 10,01 Prozent haben.

Alleinerziehende haben nur einen sehr schlechten Zugang zum Arbeitsmarkt und wesentlich schlechtere Chancen einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Sie sind somit wesentlich häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Und jede fünfte arbeitslose Frau ist alleinerziehend – bei den Männern ist es nur rund ein Prozent.

Die meisten Alleinerziehenden wollen arbeiten, schon alleine aus einer finanziellen Notwendigkeit heraus.

Zusätzlich zum schlechten Zugang zu Beschäftigung, können Alleinerziehende nur schwer am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ihnen fehlt der Zugang zu Kultur, Sport oder zu anderen Angeboten. Sie können so auch nur sehr schwer ein soziales Netzwerk aufbauen oder aufrechterhalten und fühlen sich oftmals mit ihren Problemen und Nöten alleine gelassen.

Als Kommune sind wir aufgefordert Ein-Eltern-Familien durch eine unterstützende Infrastruktur zu entlasten.

Um diese umfassend und ausreichend zu gestalten und mögliche Lösungsansätze und Maßnahmen zu definieren, möchten wir uns zunächst einen umfassenden Überblick über die spezifische Situation in Göttingen in informieren. Da es nur sehr wenig belegbare Daten für Göttingen gibt, soll auf diesem Weg ein umfassender Überblick ermöglicht werden.