Verlandung des Kiessees verhindern – Maßnahmen ergreifen!

 

Die Verwaltung wird beauftragt,

Planungen zu erarbeiten, mit welchen Maßnahmen eine Verlandung des Kiessees verhindert werden kann. Hierbei soll insbesondere geprüft werden, ob der Kiessee ausgebaggert werden muss.

Bei den Planungen sind alle Maßnahmen im Hinblick auf ihre Auswirkungen für die gegenwärtigen Nutzungen am Kiessee (Sport zu Wasser und zu Land) sowie die Natur zu beurteilen und die Kosten insbesondere vor dem Hintergrund des langfristigen Nutzens darzustellen. Möglichkeiten für den Erhalt von Fördermitteln sind zu prüfen.

Begründung:
Der Kiessee ist Göttingens größtes Naherholungsgebiet für die in unserer Stadt lebenden Menschen. Gleichzeitig ist der Kiessee mit einer Größe von 14ha das einzige nennenswerte stehende Gewässer in unserer Stadt und erfreut sich insbesondere im Sommer großer Beliebtheit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Kiessee bietet die einzige Möglichkeit für (nicht schwimmende) Wassersportler und Angler in unserer Stadt, ihren Sport zu betreiben.

Der Kiessee als Gewässer steht jedoch vor großen Herausforderungen: Über den Leinewasserzufluss werden Nährstoffe und Sedimente in den See eingetragen. Dieser Umstand und die hieraus entstehenden Problemlagen sind der Verwaltung bekannt. Aus diesen Gründen wurde eine bereits diskutierte Vergrößerung der Wasserfläche abgelehnt (vgl. die Vorlage der Verwaltung "Entwicklungsperspektiven für den Süden Göttingens unter dem Aspekt der Naherholung und des Verkehrs", Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke vom 19. März 2009, quelle: allris-Informationssystem. Die Verlandung wurde bereits gutachterlich untersucht: Im Jahr 2006 wurde im Auftrag der Stadt Göttingen geprüft, zu welchen Wassertiefen der Eintrag von Sedimenten durch das Leinewasser bereits geführt hat: An seinen flachsten Stellen wies der Kiessee noch eine Tiefe von 0,9 Metern auf, während er im Übrigen Tiefen von 1,20 bis 1,40 Metern aufwies und nur an wenigen Stellen noch Tiefen von über 1,50 Metern. Entscheidend ist aber der 2006 durchgeführte Vergleich der Sedimentmengen mit einer im Jahr 1986 durchgeführten Messung. Hieraus ergibt sich eine Verringerung der durchschnittlichen Wassertiefe um 1,6cm/Jahr (vgl. „Bericht über Mächtigkeit und Beschaffenheit der Schlämme im Kiessee“ – Gutachten Rainer Hartmann im Auftrag der Stadt Göttingen vom 10. Oktober 2006).

Dies bedeutet, dass an einigen Stellen bereits jetzt Wassertiefen erreicht sind, die Kanufahren oder Paddeln sowie Rudern erschweren bzw. unmöglich machen. Es ist eine (mathematisch einfach zu beantwortende) Frage der Zeit, wann die Möglichkeiten, Wassersport auf dem Kiessee zu betreiben, unmöglich werden. Mittel- bis langfristig droht die vollständige Verlandung des Kiessees. Damit würde der Kiessee zunächst zu einem Tümpel und dann zu einem stinkenden Morast verkommen. Das Naherholungsgebiet wäre dann in seiner Existenz bedroht.