Göttinger Stipendium für Erzieherinnen und Erzieher

Offensive zur Beseitigung des Fachkräftemangels im KiTa-Bereich

Wir sehen die Gewinnung von ausreichend qualifiziertem Personal erforderlich, um den beiden Zielen Erfüllung des Rechtsanspruches sowie Einhaltung der Qualitätsstandards auch entsprechen zu können.

Der Rat der Stadt Göttingen möge beschließen:

Die Verwaltung der Stadt Göttingen wird mit folgenden Maßnahmen beauftragt, mehr ausgebildete Fachkräfte für die freien- und städtischen Kindertagesstätten in Göttingen zu gewinnen bzw. mit gezielten Konzepten dafür zu sorgen, dass Erzieherinnen und Erzieher länger in ihrem Beruf verbleiben.

1. Erarbeitung eines Stipendiums für Auszubildende der Fachschule für Sozialpädagogik in Göttingen. Die Höhe des Stipendiums soll sich an den Bafög-Sätzen orientieren. Die Stipendiaten müssen sich verpflichten im Anschluss, für einen festzulegenden Zeitraum, bei der Stadt Göttingen als Erzieher/Erzieherin tätig zu sein. Das Stipendium sollen eine begrenzte Anzahl von Auszubildenden erhalten, wir schlagen eine Zahl zwischen 3 – 5 Personen vor. Gegebenenfalls kann überlegt werden, einen gemeinsamen Topf mit anderen KiTa-Trägern zu gestalten. Das Konzept ist zeitnah dem Personalausschuss und Jugendhilfeausschuss vorzulegen.

2. Erarbeitung eines Konzeptes zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den städtischen Kitas. Zu prüfen ist, inwieweit eine bessere Entlohnung, Anrechnung von Vor- und Nachbereitungsstunden oder Einstellungen ohne Befristung etc. möglich sind. Das Konzept ist zeitnah dem Personalausschuss und Jugendhilfeausschuss vorzulegen.

3. Dauerhafte Stellenanzeigen und Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit zur Personalgewinnung ggf. zusammen mit den freien Trägern.

4.Schaffung von wirkungsvollen Anreizen zur Stundenerhöhung für Teilzeitbeschäftigte.

Begründung:

Es existiert zwar inzwischen ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, aber selbst dort, wo geeignete Einrichtungen entstanden sind, gibt es noch viel zu wenig Fachpersonal. Bundesweit fehlten zuletzt 40.000 Erzieherinnen und Erzieher und 25.000 Tagesmütter/-väter nach Schätzungen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Zusätzlich sind in den vergangenen Jahren die Anforderungen an das Personal in Kindertagesstätten deutlich gestiegen: die Kinder kommen immer jünger in die Kitas und sie verbringen einen immer größeren Anteil des Tages in einer Kita. Die Anforderungen an Elternberatung und Familienarbeit sind stetig angestiegen.

Es werden erhöhte Bildungsansprüche an die Kitas gestellt, zunehmend sollen die Kitas die Aufgabe der Sprachförderung übernehmen.

Fehlt es an ausreichend gut ausgebildetem Personal, führt dies zusätzlich vor Ort zu erheblichen Belastungen und einem hohen Krankenstand.

Der Mangel wird sich auch in Göttingen voraussichtlich mit der Einführung der Beitragsfreiheit sowie dem geplanten Bau weiterer Kindertagesstädten sogar verschärfen. Insbesondere dann, wenn die Qualitätsstandards eher verbessert als verschlechtert werden sollen.

Wir sehen die Gewinnung von ausreichend qualifiziertem Personal erforderlich, um den beiden Zielen Erfüllung des Rechtsanspruches sowie Einhaltung der Qualitätsstandards auch entsprechen zu können.