Jugendforen für die Stadt Göttingen

 

Dr. Klaus-Peter Hermann

 

Nicht selten wird Jugendlichen ein Desinteresse an Politik attestiert. Das auch mit dem Schlagwort der "Politikverdrossenheit" bezeichnete Phänomen des Rückzugs in die Privatsphäre kennzeichnet jedoch gerade bei Jugendlichen nicht eine Verdrossenheit gegenüber Politik, sondern gegenüber dem gegenwärtigen politischen System der Repräsentation. Was sich schließlich hinter diesen scheinbaren "Ermüdungserscheinungen" verbirgt, ist nicht so sehr die Übersättigung durch Politik, sondern ein Wunsch nach eigener, direkter Partizipation.

 
 

Insa Wiethaup

Die SPD-Ratsfraktion möchte, dass sich zukünftig alle Jugendlichen in der Stadt Göttingen nicht nur bei speziellen Jugendthemen, sondern bei allen kommunalpolitischen Gestaltungsprozessen stärker einbringen und mitwirken können. „Wichtig ist uns ein integrativer Ansatz, an dem sich tatsächlich alle Jugendlichen beteiligen können.“ erläutert Insa Wiethaup, einen für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 20. September eingereichten Antrag der SPD Ratsfraktion. „Wir wollen daher in Göttingen ein regelmäßig stattfindendes Jugendforum für die politische Partizipation der Jugendlichen etablieren.“

„Die praktische projektbezogene Arbeit in einem solchen Forum liegt erfahrungsgemäß den Jugendlichen näher, als die formalisierte Arbeit eines Parlamentes. Unser Anliegen ist es, möglich viele Jugendliche anzusprechen und nicht nur ohnehin sozial- und bildungspolitisch privilegierte“ ergänzt Dr. Klaus-Peter Hermann, Jugendpolitischer Sprecher der SPD Fraktion. „Für uns muss die Teilhabe Jugendlicher anders und umfassender geschehen als das in einem Jugendparlament möglich ist.“ so Hermann weiter. „Jugendparlamente führen ehrfahrungsgemäß nicht zur stärkeren Politisierung aller Jugendlichen. Vor allem abgehängte und demokratieferne Jugendliche können nur zu geringen Teilen motiviert werden.“

„Darüber hinaus stehen wir einer Beteiligung der Jugendlichen an allen Ausschüssen mit Antrags- und Rederecht eher skeptisch gegenüber, damit würde dem Wählervotum der Jugendlichen über 16 Jahren (bis zum Ende der Schulzeit) mehr Gewicht eingeräumt als den anderen Altersstufen der Wählerinnen und Wähler“, erklärt Wiethaup.  „Selbstverständlich muss aber den Foren verbindlich zugesichert werden, dass ihre Beschlüsse und Forderungen von den zuständigen politischen Gremien zeitnah diskutiert bzw. umgesetzt werden,“ so Hermann weiter.

„Wir nennen in unserem Antrag einige uns wichtige Forderungen an ein Göttinger Jugendforum. Dazu gehören z.B. Kontinuität, zusätzliche Foren in den Stadtteilen, die Möglichkeit Arbeitsgruppen zu bilden und die Begleitung durch eine pädagogische Fachkraft. Der SPD Ratsfraktion liegt aber viel daran, dass das endgültige Konzept gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt wird,“ so Wiethaup und Hermann abschließend.

 

 

 


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