Endlich ist es so weit: Der Kiessee kann entschlammt werden. Bereits im Jahr 2018 hat die SPD-Ratsfraktion Göttingen konkrete Hilfe für den Kiessee gefordert und auf die drohende Verlandung aufmerksam gemacht. Nun gibt es die gute Nachricht: „Seit dieser Woche ist klar – die Entschlammung kann gestartet werden“, erklärt Sylvia Binkenstein, Mitglied der SPD-Ratsfraktion Göttingen. Ihr Kollege und sportpolitischer Sprecher Tom Wedrins ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die zugesagte Förderung. Es stehen nun finanzielle Mittel zur Verfügung, um die notwendigen Maßnahmen zum Erhalt unseres Kiessees umzusetzen.“
Der Kiessee ist mit seiner rund 14 Hektar großen Wasserfläche das größte Naherholungsgebiet in Göttingen und das einzige nennenswerte stehende Gewässer in unserer Stadt. Für viele Menschen ist er ein Ort der Bewegung, der Begegnung und der Erholung – für Wassersportlerinnen und Wassersportler ebenso wie für Spaziergänger, Familien und Angler.
Sylvia Binkenstein betont: „Der Kiessee steht seit Jahren vor großen Herausforderungen. Über den Zufluss aus der Leine werden kontinuierlich Sedimente und Nährstoffe eingetragen. Diese lagern sich am Grund ab und führen dazu, dass der See immer flacher wird.“
Bereits ein im Jahr 2006 im Auftrag der Stadt erstelltes Gutachten zeigte, dass der Kiessee an einigen Stellen weniger als einen Meter tief war, vielfach lagen die Wassertiefen nur noch zwischen 1,20 und 1,40 Metern. Der Vergleich mit früheren Messungen ergab eine durchschnittliche Verringerung der Wassertiefe um etwa 1,6 Zentimeter pro Jahr.
„Was technisch klingt, hat ganz konkrete Folgen,“ informiert Wedrins. Wedrins weiter: „Wenn ein See immer flacher wird, verlandet er. Durch die abgelagerten Sedimente entsteht nach und nach ein schlammiger Untergrund. Gleichzeitig fördern eingetragene Nährstoffe das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Im schlimmsten Fall kann der Kiessee „umkippen“ – das heißt, es kommt zu Sauerstoffmangel im Wasser, mit erheblichen Folgen für Fische und andere Lebewesen.
Schon 2018 hat die SPD-Ratsfraktion deshalb einen Ratsantrag eingebracht, um die Verwaltung zu beauftragen, eine Planung zur Verhinderung der Verlandung zu erarbeiten und insbesondere ein mögliches Ausbaggern – also das Entfernen der abgelagerten Schlämme – zu prüfen. Damals machten Gespräche mit den wassersporttreibenden Vereinen deutlich, dass Paddeln und Rudern an manchen Stellen bereits erheblich erschwert waren.
Für die SPD-Ratsfraktion war immer klar: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ohne Gegenmaßnahmen aus einer großen, zusammenhängenden Wasserfläche mehrere kleine, flache Tümpel werden. Damit stünde nicht nur der Wassersport, sondern das gesamte Naherholungsgebiet auf dem Spiel.
Mit der nun möglichen Entschlammung wird der Grundstein dafür gelegt, die Wassertiefe wieder zu erhöhen, die Wasserqualität zu stabilisieren und den Kiessee langfristig zu sichern. Dabei sollen selbstverständlich sowohl die Belange des Natur- und Artenschutzes als auch die vielfältigen Nutzungen – auf dem Wasser wie an Land – berücksichtigt werden.
„Der Kiessee ist ein Stück Lebensqualität für unsere Stadt“, so Binkenstein. „Wir sind froh, dass es endlich losgeht.“ Und Tom Wedrins betont abschließend: „Was lange währt, wird endlich gut. Jetzt können wir gemeinsam dafür sorgen, dass der Kiessee auch für kommende Generationen ein Ort der Erholung, des Sports und der Natur bleibt.“
