Antrag wurde im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am 25. August 2026 behandelt. Die Mitglieder des Sportausschusses waren dazu geladen.
Die Ausschüsse mögen beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt:
1. Den Kiessee umgehend mit einem entsprechenden Spezialboot, wenn möglich über eine Auftragsvergabe unter Einbezug einer interkommunalen Kooperation mähen zu lassen.
2. Umgehend außer-/ überplanmäßig die finanziellen Mittel für die dringend gebotene Entschlammung zur Verfügung zu stellen, damit umgehend eine Auftragsvergabe erfolgen kann.
Begründung
Seit 2018 fordern die politischen Parteien auf Initiative der SPD Ratsfraktion Göttingen, dass der Kiessee dringend entschlammt werden muss. Zahlreiche Prüfungen und Variantenermittlungen haben immer wieder zu Verzögerungen geführt, obwohl mögliche Umsetzungen von Gutachtern aufgezeigt wurden. Seit 8 Jahren warten wir, vor allem aber die vielen ehrenamtlich Engagierten in den Vereinen am Kiessee auf die finale Entscheidung, Finanzierung und Beauftragung zur Entschlammung. Diese ist jedoch dringend geboten. Es stellt sich angesichts der dramatischen Situation nicht mehr die Frage des „OB“, vielmehr ist schnelles Handeln notwendig.
Um die Situation im Naherholungsgebiet Kiessee nicht noch weiter zu verschlechtern und die Sporttauglichkeit des Sees zu gewährleisten, muss noch im Sommer eine Mähung erfolgen. Derzeit können der Göttinger Segler Club, der Göttinger Paddel Club wie auch der TWG von 1861 ihrem Vereinszweck nicht mehr oder nur in geringem Umfang nachkommen. Der GSC kann keine Ausbildung auf dem See und auch keine Regatten betreiben; der GPC und der TWG 1861 können derzeit auf Grund der Gefahr des Verfangens mit den Wasserpflanzen, insbesondere bei dem Kentern von Kindern und Jugendlichen, ebenfalls kein Training anbieten. Das Trainieren einer Eskimorolle ist nicht möglich. Damit am Wochenende das Kanupolotraining der Nationalmannschaften stattfinden konnte, musste die Ehrenamtlichen die Wasserpflanzen eigenhändig aus der Spielfläche entfernen.
Damit die Vereine ihre Funktion für die Gesellschaft erfüllen können, der Sportbetrieb wieder satzungsgemäß aufgenommen werden kann, ist ein sofortiges kurzfristiges Handeln durch eine Mähung zwingend geboten.
Vor der nötigen Auftragsvergabe zur Entschlammung kann nicht mehr auf das langwierige Haushaltsaufstellungsverfahren gewartet werden. Um den Kiessee zu retten, muss jetzt gehandelt werden. Der Klimawandel zeigt sich auch hier. Zwar gab es, wie das Umweltamt auf die Anfrage, warum nicht gehandelt werde, mitteilte, immer wieder eine solche Situation wie jetzt, jedoch nicht in dieser frühen Zeit und in diesem Umfang und die Wassertiefe nimmt von Jahr zu Jahr ab. Im Übrigen entschuldigt der Hinweis auf einen jahrelangen Missstand nicht. Durch den vielfältigen Bewuchs und dessen Zersetzung nach dem Absterben wird der Sauerstoffgehalt des Sees rapide abnehmen, so dass es zu einem Fischsterben sowie weiterer Schlamm- und Sedimentbildung kommen kann.
