Antrag zur Sitzung des Rates der Stadt Göttingen am Freitag, 12. Dezember 2025
Der Rat der Stadt möge beschließen:
Die Stadt Göttingen unterstützt die Göttinger Schulen bei der Durchführung von Gewaltpräventionsprojekten und steht ihnen beratend zur Seite.
1. Die Verwaltung wird beauftragt, alle bereits bestehenden Projekte und Angebote gegen Mobbing und Gewalt an Schulen in einem für alle Schulen zugänglichen Kataster zusammenzufassen.
2. Die Verwaltung wird gebeten, darüber hinaus zusammen mit dem Jugendamt, Vertreter:innen des Jugendparlamentes, der Schüler:innenvertretungen, den Trägern der Schulsozialarbeit, dem Stadtelternrat und von Schulen delegierten Lehrkräften – und wenn möglich auch Erziehungswissenschaftler*innen der Georg-August-Universität – weitere, effektive Konzepte gegen Mobbing und Gewalt an Schulen zusammenzutragen und zu bewerten.
3. Die Verwaltung führt eine von den Schulen begleitete Online-Umfrage unter Schüler:innen durch, in der ihre Erfahrungen mit Gewalt, sexuellen, rassistischen oder anderweitig grenzüberschreitenden Handlungen erhoben und ausgewertet werden sollen. Vorgestellt werden sollen die Ergebnisse im Schulausschuss.
Begründung
Die Göttinger Schulen zeigen ein hohes Engagement gewalttätige Konflikte an ihrer Schule mit unterschiedlichsten pädagogischen Konzepten zu vermeiden, um dem Wunsch der großen Mehrzahl der Schüler*innen nach einem gewaltfreien Raum an der Schule gerecht zu werden.
Die oben genannten Maßnahmen können zur besseren Bekämpfung von Gewalt an Göttinger Schulen beitragen und ein nachhaltiges Gewaltschutz- und Gewaltpräventionsnetz für die Göttinger Schulen spannen.
Die großen Herausforderungen für Lehrer*innen sowie des übrigen pädagogischen Personals an den Schulen sind enorm gestiegen und es ist mit schuleigenen Mitteln (finanziell und personell) nicht immer im erforderlichen Maß möglich, wirksame Präventionsarbeit zu betreiben. An vielen Schulen werden diese der aktuellen Wucht und Schärfe der Ausbrüche von Gewalt und deren Folgen für Unterricht und Schulgemeinschaft nicht mehr gerecht.
Es zeichnet sich ab, dass nur ein Bruchteil der Kinder und Jugendlichen, mit gewalttätigem Verhalten oder gar Straftaten auffallen. Die Opfer sind zumeist Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld. Dies muss jedoch genauer erhoben werden.
Zugleich ist klar, dass Angebote und gewaltpräventive Konzepte an den Schulen für junge Menschen die beste Prävention sind.
An Schulen wird ein qualitativ hochwertiges Angebot an Gewaltpräventionsprojekten benötigt. Dies darf – wenn die Kosten die Möglichkeiten der Schulen überschreiten, auf keinen Fall abhängig von den finanziellen Mitteln der Elternschaft sein. Hier muss die Stadt Göttingen unterstützend zur Seite stehen.
Gerade junge Menschen werden durch solche Angebote vor Gewalt geschützt und ermuntert, sich zu helfen. Deshalb sollten die erarbeiteten Konzepte auch unter Einbeziehung der Schulgemeinschaft installiert werden.
