Lebendige Schulhöfe
Der Rat der Stadt Göttingen möge am 12. Juni 2026 beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt,
- (gemeinsam mit interessierten Schulen) ein Konzept für ein Pilotprojekt „Lebendige Schulhöfe“ zu erarbeiten, mit dem ausgewählte Schulhöfe außerhalb der Unterrichtszeiten zeitweise für Kinder, Jugendliche und Familien geöffnet werden können.
- hierfür geeignete Schulstandorte vorzuschlagen und unterschiedliche Modelle der Öffnung zu prüfen, insbesondere:
- zeitlich begrenzte Öffnungen am Nachmittag, an Wochenenden oder in den Ferien
- die Öffnung einzelner Bereiche von Schulhöfen
- saisonale oder quartiersbezogene Modelle
- gemeinsam mit Schulen, Elternvertretungen, Schülervertretungen, Jugendhilfe, Quartiersakteur*innen und Anwohnenden Regelungen zur Nutzung, Aufsicht, Reinigung und zum Umgang mit möglichen Schäden oder Vandalismus zu entwickeln
- zu prüfen, wie Schulhöfe als soziale Infrastruktur und Orte der Begegnung im Quartier weiterentwickelt werden können, insbesondere durch:
- zusätzliche Sitzmöglichkeiten
- Begrünung und Entsiegelung
- schattenspendende Elemente
- Trinkwasserentnahmemöglichkeiten
- bewegungs- und familienfreundliche Gestaltungselemente
- klimaangepasste und einladende Aufenthaltsbereiche
- Erfahrungen anderer Kommunen mit vergleichbaren Konzepten sowie mögliche Förderprogramme darzustellen
- ein umsetzbares Konzept einschließlich möglicher Pilotstandorte, Kostenabschätzung und Evaluationsvorschlag vorzulegen.
Begründung:
Schulhöfe sind oft attraktive, sichere und gut erreichbare Orte mitten in den Quartieren. Gleichzeitig fehlen insbesondere Kindern und Jugendlichen in vielen Stadtteilen frei zugängliche Bewegungs- und Aufenthaltsflächen. Gerade Familien ohne eigenen Garten oder mit beengten Wohnverhältnissen sind auf öffentliche Räume angewiesen.
Dennoch bleiben viele Schulhöfe nach Unterrichtsschluss verschlossen. Hintergrund sind nachvollziehbare Sorgen hinsichtlich Haftung, Reinigung, Sicherheit und möglichem Vandalismus. Gleichzeitig wird in Göttingen zunehmend über konsumfreie Orte, Bewegungsmöglichkeiten für Kinder, Aufenthaltsqualität in den Quartieren sowie soziale Teilhabe diskutiert.
Viele Städte erproben inzwischen Modelle, Schulhöfe außerhalb der Unterrichtszeiten kontrolliert zu öffnen und zugleich qualitativ aufzuwerten. Erfahrungen zeigen, dass eine abgestimmte und klar geregelte Nutzung gelingen kann – insbesondere dann, wenn Schulen, Nachbarschaften und Stadtgesellschaft frühzeitig eingebunden werden. Andere Kommunen verbinden dies bereits mit klimaangepasster Gestaltung, Begrünung, zusätzlichen Aufenthaltsmöglichkeiten und einer stärkeren Nutzung als Begegnungsorte im Stadtteil.
Dabei geht es nicht allein um die Öffnung bestehender Flächen, sondern auch um die Frage, wie Schulhöfe als lebenswerte Orte im Quartier gestaltet werden können. Begrünte, schattige und einladende Schulhöfe verbessern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leisten zugleich einen Beitrag zu Klimaanpassung, Bewegung und sozialem Miteinander.
Mit dem Pilotprojekt „Lebendige Schulhöfe“ soll daher geprüft werden, wie vorhandene öffentliche Infrastruktur stärker für Kinder, Familien und Quartiere nutzbar gemacht werden kann, ohne die berechtigten Interessen der Schulen aus dem Blick zu verlieren.
Ziel ist es, Schulhöfe nicht nur als Lernorte, sondern auch als Orte der Begegnung, Bewegung und Teilhabe im Stadtteil zu stärken.
