Antrag zur Sitzung des Ausschusses Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau
am 10. Februar 2026
Der Ausschuss möge beschließen:
- Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie in Göttingen eine belastbare, regelmäßig aktualisierte Datengrundlage zur Drogen- und Suchtlage aufgebaut bzw. verbessert werden kann, um Präventions-, Beratungs- und Hilfsangebote datenbasiert weiterzuentwickeln und Trends im Konsumverhalten frühzeitig zu erkennen.
- Im Rahmen der Prüfung ist die Untersuchung von Drogenrückständen im Abwasser ausdrücklich als ein möglicher Weg der Datenerhebung (Beispiel/Modul) zu bewerten. Dabei sind organisatorische, technische, datenschutzrechtliche und finanzielle Voraussetzungen sowie der potenzielle Erkenntnisgewinn darzustellen.
- Förder- und Kooperationsmöglichkeiten sind zu klären (z. B. Programme von Land/Bund, wissenschaftliche Kooperationen, regionale Partner).
- Die Verwaltung wird gebeten, im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau über die Ergebnisse zu berichten und – soweit es sinnvoll ist – einen Vorschlag für ein stufenweises Vorgehen (Pilot/Zeitrahmen/Kostenrahmen) vorzulegen.
Begründung:
Ziel des Antrages ist es, die vorhandenen Präventions- und Beratungsangebote in Göttingen datenbasiert weiterzuentwickeln, um frühzeitig Trends im Konsumverhalten zu erkennen und fundierte Entscheidungen über notwendige Maßnahmen treffen zu können.
Die Entwicklung des illegalen Drogenkonsums stellt Kommunen bundesweit vor wachsende Herausforderungen. Um Präventions- und Hilfemaßnahmen zielgerichtet auszurichten, sind verlässliche, aktuelle Informationen über Konsumtrends und Belastungslagen erforderlich.
Die Abwasseranalyse kann hierfür ein Baustein sein, weil sie Hinweise auf Veränderungen bei bestimmten Substanzen liefern kann. Sie ersetzt jedoch kein umfassendes Lagebild. Daher sollen auch andere geeignete Wege geprüft werden – von der Auswertung vorhandener (anonymisierter) Daten über kooperative Frühwarnstrukturen bis hin zu regelmäßigen, anonymisierten Erhebungen. Erst ein Methodenmix kann Trends schneller sichtbar machen und die kommunalen Angebote wirksamer, zielgenauer und ressourcenschonender weiterentwickeln.
