SPD-Ratsfraktion Göttingen fordert datenbasiertes Drogen- und Suchtmonitoring – Abwasseranalyse als möglicher Baustein geprüft

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Die SPD-Ratsfraktion Göttingen beantragt für die Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau am 10. Februar 2026, eine Prüfung zur Einführung eines datenbasierten Drogen- und Suchtmonitorings in Göttingen. Für die Fraktion erklären die Ratsmitglieder Uwe Friebe und Elvan Tekindor-Freyjer.

Ziel des Antrages ist es, die Grundlage für eine verlässliche Einschätzung der Drogen- und Suchtlage in Göttingen zu schaffen, um Präventions-, Beratungs- und Hilfsangebote zukünftig fundiert weiterzuentwickeln und Trends im Konsumverhalten frühzeitig zu erkennen.

„Wir bitten die Verwaltung zu prüfen, wie eine belastbare und regelmäßig aktualisierte Datengrundlage aufgebaut oder verbessert werden kann. Diese soll es ermöglichen, lokale Entwicklungen im Drogen- und Suchtbereich besser zu verstehen und darauf basierend Präventions- und Unterstützungsangebote gezielter zu gestalten,“ erklärt die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion Elvan Tekindor-Freyjer.

Tekindor-Freyjer weiter: „Die Abwasseranalyse kann hierfür ein Baustein sein, weil sie Hinweise auf Veränderungen bei bestimmten Substanzen liefern kann. Sie ersetzt jedoch kein umfassendes Lagebild. Daher sollen auch andere geeignete Wege geprüft werden – von der Auswertung vorhandener (anonymisierter) Daten über kooperative Frühwarnstrukturen bis hin zu regelmäßigen, anonymisierten Erhebungen. Erst ein Methodenmix kann Trends schneller sichtbar machen und die kommunalen Angebote wirksamer, zielgenauer und ressourcenschonender weiterentwickeln.“

Die Prüfung soll neben der alleinigen technischen und organisatorischen Realisierbarkeit auch datenschutz- und finanzrechtliche Aspekte berücksichtigen und mögliche Förder- und Kooperationsmöglichkeiten ausloten, etwa mit Landes- und Bundesprogrammen, Forschungseinrichtungen oder regionalen Partnern. Zudem sollen andere Quellen wie anonymisierte Daten aus Beratungsstellen, Frühwarn-Strukturen und weitere geeignete Erhebungsmethoden berücksichtigt werden, um ein umfassendes Lagebild zu ermöglichen.

Die Entwicklung illegaler Drogenkonsumformen stellt Kommunen deutschlandweit vor wachsende Herausforderungen, so auch Göttingen. „Ein datenbasiertes Monitoring kann helfen, regionale Besonderheiten zu erfassen und wirkungsvollere Maßnahmen zu entwickeln. Das Abwassermonitoring kann hierfür ein wertvolles Bauteil sein, ersetzt aber keine ganzheitliche Erhebung der Lage vor Ort,“ ist sich Uwe Friebe sicher.

Wissenschaftliche Studien und europaweite Analysen zeigen, dass Abwasseranalysen einen objektiven Einblick in den Konsum verschiedener Substanzgruppen geben können und sich als ergänzende Grundlage für Präventions- und Gesundheitsstrategien eignen.

„Wir brauchen verlässliche Informationen über Entwicklungen im Drogen- und Suchtbereich, um lokal gezielt gegensteuern zu können und die vorhandenen Angebote sinnvoll weiterzuentwickeln“, erklären Friebe und Tekindor-Freyjer. „Ein datenbasiertes Monitoring kann dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig sichtbar zu machen und damit motivierter, gezielter und verantwortlicher zu handeln.“