Solidarität mit dem Buchladen Rote Straße

SPD-Stadtverband Göttingen und SPD-Ratsfraktion zeigen sich solidarisch mit dem Buchladen Rote Straße

„Wir haben mit großem Unverständnis zur Kenntnis genommen, dass der Göttinger Buchladen Rote Straße kurzfristig von der Liste der ausgezeichneten Buchhandlungen beim Deutscher Buchhandlungspreis gestrichen wurde,“ erklärt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Fabian Möller.

Der Deutsche Buchhandlungspreis wird jährlich an zahlreiche Buchhandlungen vergeben, die sich durch ein besonderes literarisches Angebot, kulturelle Veranstaltungen und Engagement für die Leseförderung auszeichnen. Die Auswahl erfolgt durch eine unabhängige Jury aus Expertinnen und Experten der Buchbranche. Die abschließende Bestätigung der Liste durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien galt bislang als formaler Schritt.

In diesem Jahr wurden jedoch drei Buchhandlungen – aus Bremen, Berlin und Göttingen – nachträglich von der Liste gestrichen. Als Begründung wurden sogenannte „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ genannt, ohne dass diese öffentlich erläutert wurden.

„Wir unterstützen, dass die betroffenen Buchhandlungen, gegen diese Entscheidung rechtlich vorgehen wollen,“ informiert Sylvia Binkenstein, die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion. Binkenstein weiter: „Ziel der angekündigten Klagen ist es, die Preisvergabe entsprechend der ursprünglichen Juryentscheidung zu ermöglichen und zugleich Transparenz darüber herzustellen, wer und auf welcher Grundlage in das Verfahren eingegriffen hat.“

Für die SPD in Göttingen steht fest: Buchhandlungen sind wichtige Orte der kulturellen und politischen Diskussion. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur demokratischen Öffentlichkeit und zur kulturellen Vielfalt unserer Städte.

„Der Buchladen Rote Straße ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Göttinger Kulturszene. Mit Lesungen, Diskussionen und einem engagierten literarischen Programm trägt er maßgeblich dazu bei, Literatur und gesellschaftliche Debatten in die Stadtgesellschaft zu tragen,“ erklärt sich Möller solidarisch mit dem Roten Buchladen. Binkenstein ergänzt: „Die SPD-Ratsfraktion wird eine Initiative starten, damit am kommenden Freitag der Rat der Stadt Göttingen seine Solidarität mit dem Roten Buchladen zeigt. „Wir werden in einem Dringlichkeitsantrag den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auffordern die Streichung des Buchladens Rote Straße von der Vorschlagsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis umgehend zurückzunehmen,“

Die SPD Göttingen begrüßt daher, dass die betroffenen Buchhandlungen den Rechtsweg beschreiten wollen. Eine transparente Klärung der Vorgänge ist im Interesse der Öffentlichkeit und der Glaubwürdigkeit des Deutschen Buchhandlungspreises.

Der SPD-Stadtverband und die SPD-Ratsfraktion erklären ihre Solidarität mit dem Buchladen Rote Straße und allen, die sich für eine vielfältige und lebendige Literaturlandschaft einsetzen.