Interfraktioneller Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen Ratsfraktionen für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12. März 2026
Der Rat möge beschließen:
1. Das Projekt LISA wird mit 10 zusätzlichen Wochenstunden in der sozialraumorientierten Schulsozialarbeit ausgestattet.
2. Die vertraglichen Regelungen zum LISA-Projekt sind so anzupassen, dass der Projektträger Jugendhilfe Göttingen e.V. die Verteilung der Stunden zwischen den beteiligten Schulen eigenständig steuern und in Abstimmung mit der Stadt entsprechend verteilen kann.
Begründung:
Mit dem Projekt LiSA leistet die Jugendhilfe Göttingen e. V. seit vielen Jahren im Auftrag der Stadt Göttingen einen wichtigen Beitrag. Das Projekt leistet wichtige Arbeit zur Stärkung von Bildungs- und Entwicklungschancen, zum Abbau von Bildungsbenachteiligungen sowie zur Prävention und Gesundheitsförderung. Die Angebote richten sich an Grundschulkinder, Eltern, Lehrkräfte sowie weitere Kooperationspartner der Schulen. Sie tragen dazu bei, schulische Arbeit eng mit den sozialräumlichen Strukturen zu verknüpfen.
Die Albanischule und die Grundschule Südstadt sind im Schuljahr 2023/2024 als Partnerschulen im Rahmen des Projekts LiSA – Lernen in Schule & Alltag aufgenommen worden. Derzeit teilen sich beide Standorte eine Vollzeitstelle der sozialraumorientierten Schulsozialarbeit. Diese personelle Ausstattung reicht angesichts der Bedarfe vor Ort nicht aus, um eine kontinuierliche, verlässliche und niedrigschwellige Unterstützung der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Familien sicherzustellen. Durch eine Aufstockung der Sozialarbeitsstunden auf beispielsweise jeweils 25 Wochenstunden, könnten hier echte Verbesserungen erzielt werden.
Gleichzeitig ergeben sich durch Wanderbewegungen zwischen der Wohnimmobilie Groner Landstraße 9/9a/9b und dem Iduna-Zentrum zusätzliche sozialarbeiterische Bedarfe an der Brüder Grimm-Schule. Dieser Tatsache gilt es ebenso Rechnung zu tragen.
Die sozialraumorientierte Schulsozialarbeit unterstützt Kinder insbesondere bei der Bewältigung schulischer Anforderungen, der Stärkung von Lernmotivation und Selbstbewusstsein, dem Abbau von Schuldistanz, der Unterstützung von Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung sowie der Vermittlung in weiterführende Hilfesysteme (z. B. Beratungsstellen, Angebote aus dem Bildungs- und Teilhabepaket). Vor diesem Hintergrund ist es fachlich geboten, das Gesamtprojekt um 10 Wochen- stunden zu erweitern und zugleich eine flexible, bedarfsorientierte Steuerung der Stundenzuweisung durch den Träger zu ermöglichen.
Langfristig stärkt eine bedarfsgerechte personelle Ausstattung die Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder, entlastet die Schulen im Umgang mit sozialen Problemlagen und trägt zur Stabilisierung der Sozialräume in den ausgesuchten Einzugsgebieten der beteiligten Grundschulen im LiSA-Projekt bei. Die Verstetigung und Aufstockung der Stunden sind daher sachlich erforderlich und sozialpolitisch sinnvoll.
